Sanierung für fünf Millionen

RKS-Halle muss renoviert werden

Langenhagen (ok). Generell bleibe die Sporthalle nicht geschlossen, das liege in der Verantwortung der Vereine, so Stadtsprecher Roman Sickau. Und die scheinen ihre Fürsorgepflicht wahrzunehmen, denn sowohl die Realschule als auch viele Mannschaften des SCL lassen das Training in der Sporthalle der Robert-Koch-Schule in dieser Woche ausfallen; Sparta weicht mit seinem traditionellen Nikolausturnier an diesem Wochenende in die IGS-Halle und nach Mellendorf aus. Grund: Marode Rohrleitungen, 50 Meter zwischen Hauptgebäude der Schule und Halle müssen erneuert werden; die Arbeiten sollen bis Mitte nächster Woche abgeschlossen sein. Kritik kommt aus den Reihen des SC Langenhagen: Die Arbeiten hätten bei rechtzeitiger Überprüfung schon im Sommer erledigt sein können. Stadtbaurat Carsten Hettwer weist den Vorwurf zurück, sollte doch zuerst entschieden werden, wohin der Weg in Sachen RKS-Halle führe. Doch wie sieht nun die Zukunft der Sporthalle der Robert-Koch-Realschule an der Rathenaustraße aus? Die Fakten für die dringend sanierungsbedürftige Halle mit 500 Tribünenplätze legte Architekt Rainer Rudolf in der jüngsten Sitzung des Stadtplanungs- und Umweltausschusses auf den Tisch: Sanierung für etwa fünf Millionen Euro, Neubau für 8,5 Millionen Euro. Jens Mommsen (BBL) zweifelte die Summe für eine Neuerrichtung der Sporthalle an, er habe bundesweit gegoogelt und vergleichbare Dreifeldturnhallen für drei bis fünf Millionen gefunden. Die Verwaltung möge doch bitte intensiver die Alternativen vergleichen und sich in der gesamten Republik umschauen. Im Zeitalter des Computers sei das schließlich kein Problem. Was eine Sanierung der 1967 gebauten Halle angehe: Er habe sich in der Halle umgeschaut und finde, die Duschen seien absolut in Ordnung. Eine Meinung, die die meisten der übrigen Ausschussmitglieder nicht teilten; der Ausschussvorsitzende Bernhard Döhner (CDU) ergriff das Wort. Der Christdemokrat ist seit mehreren Jahrzehnten Lehrer an der Robert-Koch-Realschule und kennt gerade als Sportlehrer die Halle aus dem Effeff. Für ihn seien die Zustände einfach unhaltbar, und er verstehe Schülerinnen und Schüler die nach dem Sportunterricht nicht duschen wollen. Mit den Toiletten verhalte es sich ähnlich. Architekt Rainer Rudolf machte deutlich, dass auch sicherheitstechnische Maßnahmen, die die modifizierte Versammlungsstättenverordnung vorsehe, und eine energetische Sanierung in den Kosten enthalten seien. Solle noch ein halbwegs geregelter Sportunterricht und ein regelmäßiges Vereinstraining möglich sein, müsse sich die Bauzeit auf mindestens drei bis vier Jahre erstrecken. Und sei Passivhausstandard wie etwa bei der Kaltenweider Sporthalle erwünscht stiegen die Kosten natürlich. Der Ausschuss war sich aber einig, dass die RKS-Halle mit ihrem Aufbau und der Zuschauerkapazität einzigartig in Langenhagen sei und deshalb erhalten werden müsse, wenn nicht noch ein Preis in Höhe der Sanierungskosten gefunden werde.