Sanierung im Sonnenweg überzeugt

Der erste Bauabschnitt des Sonnenweges ist komplett fertig. Foto: A: Wiese
 
Der dritte Bauabschntt, der vorgezogen wurde, ist fast fertig. Foto: A. Wiese

Jetzt wird der letzte Bauabschnitt der Straße in Wiesenau in Angriff genommen

Wiesenau (awi). Gleich hinter der Einmündung zur Friedrich-Ebert-Straße geht es im Sonnenweg für Autofahrer zurzei nicht weiter. Bagger haben die Straße aufgerissen und die Versorgungsleitungen freigelegt. Die Sanierung des letzten Bauabschnitts der Straße in Wiesenau hat begonnen und bevor die Fahrbahn sich so schön präsentiert wie im bereits komplett fertig gestellten ersten Abschnitt, geht es erst einmal in die Tiefe zur Kanalisation. Doch bald wird es auch hier so aussehen wie im bereits sanierten Segment, betonen Diplom-Ingenieurin Christine Söhlke vom Bereich Sanierungsplanung und Anette Mecke,Abteilungsleitung Verkehr und Straßen nicht ohne Stolz.
Die neue Asphaltdecke glänzt in der Sonne. Beiderseits ist der Gehweg neu gepflastert. Neue Pflanzbeete umrahmen zum Teil vorhandene Straßenbäume oder bieten Raum für eine ansprechende Bepflanzung. Im Sonnenweg erinnert zwischen Autobahnunterführung und Bachstraße nichts mehr daran, wie dieser Straßenabschnitt noch vor gut sechs Monaten aussah. Die Stadt Langenhagen saniert seit März dieses Jahres den Sonnenweg zwischen Autobahnunterführung und Heinrich-Heine-Straße. Sie nutzt die Gelegenheit, um mithilfe des Sanierungsprogramms „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenhalt im Quartier“ die verschiedenen Nutzungsbereiche für Fußgänger, Rad- und Autofahrer auf einer Länge von 420 Metern neu aufzuteilen. „Für alle Verkehrsteilnehmer ergeben sich Verbesserungen“, betont Christine Söhlke.„Wir schaffen einen breiteren und barrierefreien Gehweg, sortieren die Parkplätze und die Pflanzinseln neu“, beschreibt Anette Mecke die Veränderungen in zwei der insgesamt drei Bauabschnitte.
Denn auch zwischen Beethovenstraße und Heinrich-Heine-Straße sind die Arbeiten weit vorangeschritten. Die neue Asphaltdecke ist eingebaut. Beiderseits der Fahrbahn werden bereits die neuen Gehwege mit verschieden farbigen Pflastersteinen angelegt. Die komplette Fertigstellung dieses Bereichs: ist für Anfang September vorgesehen. Doch das Herzstück des neuen Sonnenwegs wird der Abschnitt zwischen Bach- und Beethovenstraße. Dort, wo derzeit Bagger die Fahrbahn bis zu 60 Zentimeter tief auskoffern, entsteht langfristig ein sogenannter Begegnungsbereich.
In diesem Begegnungs- oderAufenthaltsbereich gibt keine abgegrenzten Gehwege oder Fahrbahn mehr, sondern der auf kompletter Breite rot gepflasterte Bereich gehört allen Teilnehmern. „Hier gilt künftig Tempo 20“, kündigt Abtelungsleiterin Anette Mecke an. Grund für die umfassende Neugestaltung gerade in diesem Bereich sei, dass Bewohner bei den Stadtteilspaziergängen darauf hingewiesen hätten, dass, wer zur Adolf-Reichwein-Schule, zum Quartierstreff Wiesenau oder zur Stadtbahn-Haltestelle Wiesenau an der Vahrenwalder Straße wolle, den Sonnenweg oft gerade in diesem Bereich quere, weiß Juliane Stahl aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit der Stadtverwaltung.
Die umfangreich Umgestaltung des Sonnenweges wurde mit Beteiligung des Sanierungsbeirates Wiesenau und Menschen im Stadtteil geplant. In die Umsetzung investieren der Bund, das Land Niedersachsen und die Stadt Langenhagen etwa 1,2 Millionen Euro. Für weitere 300.000 Euro erneuert die Stadt den Regenwasserkanal in einigen Bereichen. „Natürlich stimmen wir uns bei solchen Arbeiten ab und reißen nicht nach wenigen Monaten eine gerade sanierte Fahrbahndecke wieder auf, um einen Kanal zu erneuern“, so Anette Mecke. Die Umgestaltung des Sonnenweges ist eines der Leuchtturmprojekte im Sanierungsgebiet. Schon die Pläne seien sehr vielversprechend gewesen, doch die Umsetzung der ersten beiden Abschnitte sei total überzeugend, sind Mecke und Söhlke begeistert. Dass als letztes jetzt der eigentlich zweite Bauabschnitt in Angriff genommen werde, ist damit begründet, dass hier mit Kampfmittelfunden gerechnet werden muss, aber eine Evakuierung der dichten Bebauung in Zeiten der Corona-Hochphase nicht möglich gewesen wäre. Und so bildet der mittlere Abschnitt des Sonnenweges jetzt das leuchtende Finale eines ganz besonderen Sanierungsprojektes.
In diesem Zusammenhang ist Christine Söhlke die Barrierefreiheit im ersten Teilstück besonders wichtig. Hier, wo die Gehwege breeiter und die Fahrbahn etwas schmaler geworden ist, wurden vor allem für die Fußgänger Verbesserungen erzielt und ein taktiles Behindertenleitsystem an allen Einmündungen in die Stichstraßen installiert. Mit Noppen macht es Sehbehinderte, die sich mit Taststock vorwärts bewegen, zunächst aufmerksam und führt sie dann mit Längsstreifen auf die Querung zu, deren Riffelung im selben Winkel wie die Querun angelegt ist. Breite Querstreifen hingegen zeigen einen abgesenkten Bereich zur Querung mit einem Rollator oder Rollstuhl an.
„Wir sind voll im Zeitplan. Ende des Jahres ist der Sonnenweg fertig“, sind Mecke und Söhlke überzeugt. Neu im sanierten Sonnenweg werden insgesamt sieben Bänke sein. Vorher gab es eine einzige Sitzgelegenheit. Dies war einer der Wünsche der Anlieger, der dem immer kleiner werdenden Lebensradius der Älteren Rechnung tragen sollte, damit sie sich nach 200 Metern hinsetzen können.
Die Anlieger büßen allerdings im letzten Bauabschnitt nach der Sanierung Parkplätze ein und müssen dann möglicherweise etwas weiter entfernt von ihrem Wohnhaus parken. Doch irgendwo musste der geschaffene Raum ja herkommen. Die Planer waren imVorfeld mit Senioren und Bewohnern der Lebenshilfe-Einrichtung durch das Quartier gegangen und hatten sich deren Anmerkungen genau notiert.