SC Langenhagen trifft das Tor nicht

Torhüter Alexander Dlugaiczyk musste sich nur selten so strecken.Foto: R. Thode

Ertan Ametovski mit Robben-Rot

(rt). Wenn einer wie Alexander Dlugaiczyk so die Fassung verliert, dann stimmt etwas nicht beim SC Langenhagen. Nachdem Trainer Hilger Wirtz seine Mannen direkt nach der 0:1-Schlappe gegen den TSV Ottersberg noch auf dem Platz um sich scharte, um auf das Gesehene einzugehen, brüllte der Torhüter des Oberligisten in Richtung Stürmer Ertan Ametovski: „Wir sind nur am Labern und dann noch so ein Scheiß." Mit „so ein Scheiß“ war die Szene unmittelbar nach dem Abpfiff gemeint, als Ametovski in Robben-Manier die rote Karte gezeigt bekam. Er und Marco Hansmann liefen dem Schiedsrichtergespann laut fluchend hinterher, was Schiri Soeren Steeg mit Rot würdigte. Auslöser war ein nicht gegebenes Tor von Ametovski, der nach einem Einwurf von Daniel Hintzke deutlich mit der Hand am Ball war. Dass der 22-jährige Referee von der TSG Nordholz nicht seinen besten Tag erwischt hatte, war auch den 200 Zuschauern nicht verborgen geblieben. Doch spielentscheidend war das nicht. Vielmehr verstanden es die Hausherren zum fünften Mal auf heimischem Boden nicht, einen Treffer zu erzielen. Chancen dazu hatten Caglayan Tunc, der frei vor dem Kasten am Schlussmann Tim Eggert scheiterte und Philippe Harms, der Pech mit einem Schuss an den Innenpfosten hatte. Nach überlegen gestalteter Anfangsphase wurden die Gäste dann ballsicherer und ließen nichts mehr anbrennen. Torgefährlich waren sie allerdings auch nicht. Da musste erst eine Einladung des SCL zum Siegtreffer her. Nach einem unnötigen Rückpass von Marco Menneking landete der geschlagene Ball von Dlugaiczyk direkt auf dem Kopf eines Gästespielers. Von dort ging es schnell über Außen in Richtung SCL-Tor. Eine präzise Flanke folgte und Topscorer Alexander Neumann köpfte mit seinem 17. Saisontreffer zur Führung ein. Hintzke mit einem misslungenen Heber und einem Kopfball an die Latte hätte für den Ausgleich sorgen können. Auch im zweiten Abschnitt mühten sich die Langenhagener Linie ins eigene Spiel zu bringen. Doch viele Missverständnisse und Fehlpässe kennzeichneten ihr Spiel. Der Gast, der spielerisch überzeugte, hatte bei einigen Kontern den Ausbau der Führung auf dem Fuß. Es blieb bis zum Abpfiff spannend, doch außer dem nicht anerkannten Treffer von Ametovski blieb der SCL im Abschluss ungefährlich. Nach der vierten Niederlage im sechsten Spiel muss heute ab 18.30 Uhr ein Sieg gegen den alten Rivalen Arminia Hannover her. Dass dies trotz der Platzierung des Gegners kein Selbstläufer wird, zeigte der überraschende 1:0-Auswärtssieg der „Blauen“ beim Titelaspiranten VfL Osnabrück II.

Tor: 0:1 (22.) Neumann

SCL: Dlugaiczyk – Bertalan (81. Ametovski), Tasky, Bulut (61. Pohl), Menneking – Hansmann, Hintzke (81. Dag) – Deppe, Tunc, Heise – Harms.