Schläft der „rosa Riese“ im Norden der Stadt?

Telekom ist Buhmann bei Internet-Diskussion in Kaltenweide

Kaltenweide (ok). Der Norden Langenhagens – eine Wüste, was die Versorgung in Sachen Telekommunikation angeht? Fakt ist auf jeden Fall, dass es aus Sicht der Kaltenweiderinnen und Kaltenweider noch viele „weiße Flecken“ auf der Internet-Landkarte. Und bei einer Diskussion, zu der der Ortsrat auf Initiative des Vereins Bürger für Kaltenweide eingeladen, hatte, wurde auch deutlich: Den Seestädten ist bei der ganzen Problematik unter der Überschrift „VDSL – schnellere Internetversorgung“, die schon seit vielen Jahren besteht, bisher wenig Beachtung geschenkt worden. Thomas Heitmann, Geschäftsführer bei htp, und sein Kollege Thomas Zwemke von Vodafone stellten sich den Fragen bei der gut besuchten Veranstaltung im Niet Hus; der eigentliche Buhmann für die Betroffenen saß allerdings nicht auf dem Podium: die Deutsche Telekom, die nach Aussagen des Kaltenweider Ortsbürgermeisters Wolfgang Langrehr „wenig Sinn“ sah, zur Diskussion zu kommen. Denn: Der „rosa Riese“ hat nach Auskunft der beiden Mitbewerber alle Trümpfe in der Hand, muss die entsprechenden Baugruppen an den so genannten Ports nachrüsten, damit das weltweite Netz mehr Geschwindigkeit aufnehmen kann. Zur Historie: Das Wedemärker Telekommunikationsunternehmen TC net hatte das Weiherfeld bereits gegen Ende der 90er-Jahre mit Glasfaserkabel versorgt. Entscheidend seien jetzt die Schnittstellen, und ehe es keine klare Aussage der Telekom gebe, dass in Sachen Ausbau nichts passiere, werden sich die Mitbewerber nach eigener Aussage nicht „draufsetzen“. Thomas Heitmann: „Das kann dann so wie das Wettrennen zwischen Hase und Igel ausgehen.“ Und die Mitbewerber wollen von der Telekom nicht gern den bekannten Spruch „Ick bün all dor“ hören. An eine flächendeckende Breitbandversorgung im alten Kaltenweide, den Seestädten und natürlich auch im Weiherfeld ist im Moment wohl eher nicht zu denken. Die beiden Fachleute stellten klar, dass sie bei Planungsunsicherheit nicht investierten, befürchten, dass die Telekom es sich noch anders überlegen könnte. Thomas Heitmann sieht allerdings schon einen Hoffnungschimmer am Horizont. Zunächst einmal sollten die Betroffenen mit Unterschriften ihren Unmut kundtun, auch die Politik könne sich einschalten. Sein Unternehmen sei im Anschluss gern bereit, Kosten auszurechnen und Interessen abzufragen. Als Alternative zur Breitbandversorgung setzt Thomas Zwemke von Vodafone in den nächsten Jahren auf den Mobilfunkstandard LTE will dafür die beiden Sendemasten am Kiebittzkrug und in der Industriestraße fitmachen. Bislang ist noch der relativ weit entfernte Mast am Pferdemarkt Ausgangspunkt für die Datenübertragung. Viele Einwohnerinnen und Einwohner fürchten, dass der mächtige Konzern Telekom die Bedenken nicht richtig ernstnähme, der Marktanteil an Neukunden sei doch wohl mehr der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Und: Gesetzlich ist auch nichts zu machen – es gibt nach Auskunft der Fachleute derzeit kein Recht aufs Internet, das ist nur für Sprachkommunikation verbrieft.