Schon fast die ganze Welt gesehen

Eine intakte Familie ist Margot und Bernhard Lenz ganz wichtig.Foto: D. Lange

Diamantene Hochzeit von Margot und Bernhard Lenz

Langenhagen (dl) Lebenslustig, reisefreudig und weltoffen – diese drei Attribute bilden so zu sagen die Eckpfeiler im Leben von Margot und Bernhard Lenz, die am letzten Wochenende ihren 60. Hochzeitstag und damit ihre diamantene Hochzeit feierten. Zu diesem besonderen Anlass traf sich die ganze Familie in Cuxhaven, denn die beiden Eheleute sind zudem ausgesprochene Familienmenschen. Die Familie Lenz ist größenmäßig zwar durchaus überschaubar, aber, und darauf legen Margot Lenz und Tochter Marianne großen Wert: „Wir sind eine intakte Familie und das Zusammengehörigkeitsgefühl steht bei uns an erster Stelle."Kennen gelernt haben sich Margot und Bernhard Lenz 1949 in einem Tanzcafé in Hannover, heute würde man wohl sagen: in einer Disco. Margot Lenz, die 1928 in Ostpreußen geboren wurde, im selben Jahr wie ihr Mann Bernhard, wurde im Alter von 16 Jahren nach Sibirien verschleppt und kam erst 1946 mit schweren Erfrierungen an den Füßen wieder frei. Im Jahr 1951 heirateten die beiden und wohnen bereits seit 52 Jahren in Langenhagen. Sie haben eine Tochter, die mit ihrem Mann größtenteils in Südafrika lebt, und zwei Enkel. Der jüngere von beiden studierte zunächst in Südafrika Maschinenbau und absolviert zur Zeit sein Masterstudium in Edinburgh in Schottland. Der zweite Enkel arbeitet als Wirtschaftsprüfer in Frankfurt. Eine Zäsur im Leben der beiden Eheleute bildete dann vor drei Jahren der Schlaganfall von Bernhard Lenz, den er dank schneller medizinischer Hilfe zwar überlebte, aber zurück blieb dennoch eine halbseitige Lähmung. Eine „Abschiebung“ in ein Pflegeheim kam allerdings zu keinem Zeitpunkt in Frage, denn dafür sind Bernhard Lenz und seiner Frau Margot der Kontakt mit jungen Menschen und das Familienleben viel zu wichtig, Darüber hinaus wäre dies auch mit ihren Reiseplänen nicht vereinbar. Im Oktober werden sie trotz der krankheitsbedingten Einschränkungen für drei Monate zu ihrer Tochter nach Südafrika fliegen. Sie, die mit Ausnahme von Südamerika schon fast die ganze Welt gesehen und dabei so einiges erlebt haben, wollen dort das deutsche Herbstschmuddelwetter hinter sich lassen und „das schönste Land der Welt“ genießen, wie Margot Lenz sagt. Ihrer Tochter Marianne, die bei vielen Reisen ihrer Eltern dabei war, wurde die Lust am Unterwegs-Sein damit quasi in die Wiege gelegt. Zwei Tage nach der Rückkehr von der Familienfeier in Cuxhaven bestieg sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn nebst Freundin das Flugzeug nach Boston in die USA zur Feier des amerikanischen Unabhängigkeitstags am 4. Juli.