Schüler wählen Mirko Heuer

Zählten fleißig Stimmen aus: Die Vertreter des Stadtschülerrates und des Schülerrates des Gymnasiums.Foto: O. Krebs

Gymnasium: 240 Schüler stimmten nach Fragen an Bürgermeisterkandidaten ab

Langenhagen (ok). Mirko Heuer würde die Verwaltung in den nächsten sieben Jahren führen – zumindest, wenn es nach den Zehnt- und Elftklässlern des Gymnasiums geht. Die haben nach einer ausführlichen Diskussionsrunde nämlich den Christdemokraten, der bewusst als Bürgermeister für alle auftritt, gewählt. Heuer setzte sich in der fiktiven Stichwahl gegen Jens Mommsen durch, der im ersten Wahlgang sogar die höchste Prozentzahl erreichte. Keine Chance hatten die Mitbewerber Dirk Musfeldt (Grüne), Stefan Dammann (FDP) und überraschenderweise auch Amtsinhaber Friedhelm Fischer. Der schaffte es nicht, die 15- und 16-Jährigen, von denen rund 80 Prozent zur Wahl gehen können, von den Erfolgen in seiner bisherigen Zeit zu überzeugen. Mommsen dagegen schien die Schülerinnen und Schüler anzusprechen, anscheinend kamen seine Ideen, die Verwaltung komplett umzukrämpeln und wie ein Unternehmen kosteneffizient zu strukturieren und zu führen gut an. Zudem war er neben Stefan Dammann der Einzige in der Runde, der sich vehement gegen den Bau eines neuen Schwimmbades aussprach, den Bau im Falle seiner Wahl sogar versuchen wolle zu stoppen. Scharfe Äußerungen, die Bürgermeister Fischer innerlich hochgehen und ihn zu dem Satz hinreißen ließen: „Sie haben von Verwaltung gar keine Ahnung.“ Aus Mommsens Sicht „versickert zu viel Geld im System“, Geld müsse sinnvoll bereit gestellt werden, die Prioritäten seien falsch. Mirko Heuer traf anscheinend genau den Nerv der Jugendlichen mit seiner Forderung nach einem Jugendparlament. Fischer dagegen sieht das Umfeld, das in seiner Amtszeit geschaffen worden sei, als gut an. Jetzt gehe es vor allen Dingen an die Weiterentwicklung. Einer scheinbaren Benachteiligung des Gymansiums gegenüber der IGS entgegneten alle Kandidaten, dass die Probleme zunächst einmal zwischen den Schulen geregelt werden sollten. Und überhaupt gehöre Engagement zur Politik, um sich Gehör zu verschaffen. Dirk Musfeldt setzt dabei auf eine kultivierte Gesprächskultur und sachliche Diskussionen. Kultur auch das richtige Stichwort bei Mirko Heuer. Der Christdemokrat will im Rathaus eher hören, das Dinge funktionieren und nicht, dass sie nicht klappen. Die Dienstleistung müsse sich am Nutzer orientieren. Das Thema Müll sehen alle als Problem an, aber im Gegensatz zum amtierenden Bürgermeister ist Heuer der Meinung, dass es zu wenig Papierkörbe gibt. Musfeldt sieht das Problem nicht unbedingt bei den fehlenden Papierkörben, sondern fordert eher ein Umdenken beim Verhalten mancher Mitbürgerinnen und Mitbürger. Bei der etwas provokanten Frage, warum ein Prunkbau wie ein Schwimmbad gebaut werde und existenzielle Gebäude wie die Schule zerfielen, wurden Begriffe wie vielfältige Aufgaben, Visionen und sinnvolle Projektplanung genannt. Gerade Musfeldt geht im Moment vieles zu langsam. Und auch Heuer würde im Falle seiner Wahl einiges ändern, einen so genannten Finanzvorstand im Rathaus einsetzen, der die Aufgaben des Kämmerers übernimmt. Das ist im Moment Chefsache. Der wäre allerdings nicht mehr lange Chef an der Konrad-Adenauerstraße, wenn es nach den 240 Schülerinnen und Schülern geht. Die gaben Fischer nur rund elf Prozent, aber dieses Ergebnis ist sicherlich nicht repräsentativ, und alle Kandidatinnen und Kandidaten haben in den nächsten Wochen auf Diskussionen und in der Öffentlichkeit noch die Möglichkeit, sich ins rechte Licht zu rücken.