Schützen gestalten die Zukunft

Bürgermeister Mirko Heuer hatte auch ohne Bieranstich die passende Schürze mitgebracht. (Foto: O. Krebs)
 
Kreisschützenmeister Michael Freiberg (rechts) und Ehefrau Claudia ehrten Egon von Dippel (Zweiter von links) und Hartmut Fuhrmann für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit. (Foto: O. Krebs)
Kaltenweide (ok). Axel Siebert, Vorsitzender des Schützenvereins Kaltenweide, brachte es beim Katerfrühstück im Festzelt auf den Punkt: Tradition heiße auch, über den Tellerrand hinauszuschauen. Wer nicht mit der Zeit gehe, gehe mit der Zeit. Beim Schützenverein Kaltenweide kann davon allerdings nicht die Rede sein. Im Gegenteil: Der Schützenverein blickt zuversichtlich in die Zukunft, die Mitglieder ziehen an einem Strang. Der Vorstand um Axel Siebert setzt darauf, dass ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl entsteht. Menschen sollen begeistert, Emotionen geweckt werden. Und dieser Zusammenhalt im Verein war auch an den vier Tagen beim Schützenfest auf dem Zelleriegelände zu spüren. Eine wahre Sause bei Traumwetter, das Festzelt war an den drei Abenden und beim Katerfrühstück gut gefüllt. Störungen und körperliche Auseinandersetzungen: Fehlanzeige. Bewährt hatte sich auch die Idee einer Dauerkarte für zehn Euro; alle Nutzer bekamen ein Bändchen, das sie ums Handgelenk tragen konnten. Eine Idee, die auch die Solidarität untereinander stärkte. Mit 50 bis 100 hatten die Veranstalter gerechnet, am Ende waren es 200 Dauerkarten, die verkauft worden waren. An einem Verkaufstag sind in vier Stunden sogar 45 Stück weggegangen.
Aber auch die Tradition kam beim Schützenfest natürlich mit zahlreichen Ehrungen, Scheibenannageln, Katerfrühstück, diversen Ehrungen und dem großen Festumzug durch den Ort nicht zu kurz. Für den richtigen musikalischen Rahmen und die Begleitung sorgten sowohl das Young Spirit Orchestra (YSO) als auch die Holzhackerbuam und -madln.
Einige der Auszeichnungen und Ehrungen im Einzelnen: Ralf Seeßelberg holte sich das Niedersachsenross, Melanie Bulitz die Dengler-Kette, Steffen Peich den Ortsratspokal und Birgitt Fuhrmann den Schützentaler. Die Ehrennadel des Niedersächsischen Sportschützenbundes (NSSB) für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit bekamen Hartmut Fuhrmann und Egon von Dippel verliehen. Eine schöne Geste, die die gute Zusammenarbeit zwischen Schützen und Feuerwehr unterstreicht: Die Feuerwehrleute Ralf Dankenbring, Christian Lange und Florian Köpke wurden für langjährige Mitgliedschaften geehrt. Dankenbring ist schon 40 Jahre dabei, Lange und Köpke jeweils 25 Jahre. Das legendäre Battle zwischen Schützen und Feuerwehr endete übrigens am Montagabend schiedlich friedlich Unentschieden, nachdem die Schützen beim Kistenstapeln, die Feuerwehr aber bei Geschicklichkeitsspielen mit dem Tischtennisball die Nase jeweils vorn hatten. Als Sieger durfte sich am Abend aber Feuerwehrmann Christian Lange freuen, der einen besonderen Liegestuhl zum Schnäppchenpreis von 120 Euro ersteigerte.
„Alles für den Dackel, alles für den Club“, so der Leitspruch alles Sieberts in Anlehnung an die Fernsehserie „Hausmeister Krause“ mit Tom Gerhardt. So steht als nächstes der Bau eines neuen Schießstandes auf dem Programm. Ein Bauausschuss ist gegründet worden, 2020 könnte Baubeginn sein. Und wenn alles glatt läuft, ist 2022 Einweihung. Den finanziellen Grundstein haben die Mitglieder schon beim Schützenfest mit einer Tombola mit tollen Preisen gelegt. Darüber hinaus sollen die neuen Sparten E-Sports und Steel-Darts forciert und auch die Veranstaltungsreihe für Jedermann – sie hatte im Winter einen gelungenen Start mit den Themen Wolf und E-Mobilität – intensiviert werden.