Schule und Sporthalle in Engelbostel: „Neubau ist die einzige Alternative“

Matthias Schreiber (links) und Matthias Jürgens treten als UWE zum zweiten Mal zu einer Kommunalwahl an.
 
Die Forderung eines Neubaus von Schule und Sporthalle steht bei UWE ganz oben auf der Liste.

Wählergemeinschaft UWE geht zum zweiten Mal ins Rennen – und will auch als UWW in den Rat der Stadt

Engelbostel (ok). Eigentlich müsste diese Wählergemeinschaft „Matthias“ heißen – weil so die Vornamen der beiden Initiatoren lauten, Matthias Schreiber und Matthias Jürgens. Der richtige Titel ist aber UWE, die Abkürzung steht für „Unabhängige Wähler Engelbostel“. Zum zweiten Mal tritt UWE nun zur Kommunalwahl an – nach 2016. Ein Blick zurück.
Rund acht Wochen vor der Wahl fiel damals die Entscheidung, eine Wählergemeinschaft zu gründen, kurz vor Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Frist. „Das haben wir fast auf den letzten Drücker gemacht, mussten noch Formulare ausfüllen und beim Wahlamt einreichen“, sagt Schreiber. Der 49-Jährige erinnert sich auch daran, dass eine Unterschriftenliste bei der Stadt erforderlich war. „Denn wir mussten ein Interesse der Bevölkerung nachweisen.“ Das Wahlergebnis zeigte schließlich: Es bestand ein Interesse an den UWE-Themen. Die Wählergemeinschaft schaffte aus dem Stand 20,2 Prozent. „Am Ende mussten wir sogar zittern: Wenn es noch mehr gewesen wäre, hätten wir einen dritten Platz im Ortsrat gehabt – dabei waren wir nur zu zweit“, sagt Jürgens und lacht.
Die interne Besetzung hat sich mittlerweile verändert. Noch drei weitere Personen engagieren sich für UWE. „Daher machen wir auch weiter, weil wir nun noch besser die Aufgaben verteilen können“, sagt Jürgens. Das ist die Basis für die Erweiterung des Verbreitungsgebiets, man tritt als UWW (Unabhängige Wählergemeinschaft im Westen) nun auch in Godshorn und Schulenburg an.
„Wir brauchen jetzt mal eine unabhängige Stimme für den Westen im Rat der Stadt“, sagt Schreiber. Schließlich, ergänzt Jürgens, „gibt es genug Themen, die uns im Westen interessieren – und darüber beschließt dann der Rat in der Kernstadt“. Zu den großen Aufregern, die im Mittelpunkt ihres Programms stehen, zählt die Grundschule Engelbostel. UWE befürwortet einen Neubau der Grundschule auf einer dafür vorgesehenen Gemeinschaftsfläche am Klusmoor. „Die von der Stadt favorisierte Lösung eines Sieben-Millionen-Euro-Anbaus an die alte Schule ist nur Flickschusterei“, sagt Jürgens, welcher selbst Architekt ist. „Der Anbau ist als Holzbau geplant. Bei den momentanen Holzpreisen ist man schnell bei über 10 Millionen Euro - wirtschaftlich ist das Unsinn, ein Neubau ist die einzige Alternative.“
Mit dem Schulneubau ist zugleich das zweite große UWE-Thema verbunden: Es bedarf dringend einer neuen Sporthalle. Seit Jahren kämpft der MTV Engelbostel-Schulenburg um eine neue Halle, kann trotz steigender Einwohnerzahlen in beiden Ortschaften nicht wachsen und sein Angebot ausdehnen. Denn die über 60 Jahre alte Sporthalle der Grundschule ist veraltet und nicht wettkampftauglich. Eine schulunabhängige Sporthalle kann sich der MTV aber nicht leisten. „Daher ist der Schulneubau mit integrierter Sporthalle so wichtig“, sagt Schreiber.
Im weiteren Sinne um Sport geht es auch in den Nachbarorten. In Godshorn soll es eine Revitalisierung des alten Freibadgeländes zu einem neuen Freibad geben, auch eine Verbesserung des Radwegenetzes aus dem Westen nach Langenhagen steht auf der Agenda. Apropos Verkehr: Auch für den Ausbau des Glasfasernetzes für schnelles Internet kämpft UWE.
Klassischen Wahlkampf haben sie nicht betrieben. „Wir wollten uns nicht vor den Bäcker stellen, lieber mit Inhalten statt Floskeln überzeugen“, sagt Jürgens. Der 52-Jährige verweist auf die Wahlplakate, die die Forderungen erwähnen – per hinterlegtem QR-Code gelangt man auf die UWE-Homepage. Insgesamt 80 UWE- und 40 UWW-Plakate haben sie aufgehängt.
Was man dabei nicht vergessen darf: Ein Wählergemeinschaft ist keine Partei, darf also keine Spenden erhalten – oft ein wichtiger Faktor zur Wahlkampf-Finanzierung. Am heutigen Sonnabend hätte UWE in Engelbostel jedoch eine Wahlkampfparty gemacht, in Verbindung mit dem fünfjährigen Bestehen der Gemeinschaft. Der Saal in Engelbostel war gebucht, wegen Corona fiel die Veranstaltung aus. „Die Veranstaltung und auch den DJ hätten wir auch aus eigener Tasche bezahlt“, verdeutlicht Jürgens.