Seit 25 Jahren eine Erfolgsgeschichte

Die Gruppe aus Halle und Langenhagen während es Orgelkonzerts in der Lisztkirche in Denstedt. (Foto: R. Skowronek)

Kollegentreffen des Gymnasiums mit Hallenser Partnerschule

Langenhagen. "Wenn vor 25 Jahren im Nachwendejahr ein erstes Treffen von Teilen des Kollegiums der Gymnasien Langenhagen und des Südstadtgymnasiums Halle stattgefunden hat, dann kann man nach einem solchen Zeitraum schon von Tradition sprechen. Damit ist die jährliche Zusammenkunft an einem Frühherbstwochenende nach Schuljahresbeginn, entstanden eben aus einer Wendeschulpartnerschaft, im Leben der auch heute hier wieder Versammelten eine feste Größe." Mit diesen Worten begrüßte Christoph Hoffmann, der das Südstadtgymnasium Halle seit der Wende bis vor zehn Jahren leitete, die in diesem Jahr angereisten rund 50 Teilnehmer des Treffens beider Schulen in Apolda, nahe Weimar.
Schon kurz nach ihrem Beginn führten die dienstlichen zu vielfältigen persönlichen Kontakten, als angenehmes Nebenprodukt. In 25 Jahren erneuert sich naturgemäß ein Kollegium - dennoch sind von beiden Seiten in Summe noch fünf aktive Lehrer aus der Anfangszeit dabei. In der Folge wurden, wie selbstverständlich, kollegial-persönliche in freundschaftliche Kontakte überführt.
Christoph Hoffmann wies darauf hin, dass es sich entwickelt habe, dass die Mehrheit der Ehemaligen, heute Rentner und Pensionäre, sich Jahr für Jahr wieder trifft, dass aus beiden Kollegien Nachwuchs dazu gestoßen ist, der die Anfänge bestenfalls vom Hörensagen kennt, dass aus der letzten Fusion der Gymnasien in Halle dazu Gekommene ganz fest dazu gehören.
Wunder, so Hoffmann, haben immer Namen, in diesem Fall heißen sie Dagmar von Kries, Christoph Reinicke, Werner Knabe aus Langenhagen und Elke und Thomas Opitz und Heiko Vick aus Halle, denen das Verdienst gebührt, in 25 Jahren schleichender Metamorphose aus einer schulpartnerschaftlichen Veranstaltung ein Freundschaftstreffen geformt zu haben. Konkret ist es deren Führungstun zu danken, dass in diesem Zeitraum etwas zusammen gewachsen ist, was so nie zusammen gehört hat und doch wiederum als eines der Beispiele für gelebtes und deshalb gelungenes Zusammenkommen von Ost und West gesehen werden kann.
Die Aussage Christoph Hoffmans, er für seinen Teil freue sich jedes Jahr auf dieses Frühherbstwochenende, treffe er doch Freunde, die er sonst nicht mehr sehen würde, habe Erlebnisse, die er allein nie zuwege bringen würde und die erst durch das Eingebettetsein in die Gemeinschaft ihren Alleinstellungswert bekämen, traf die Wahrnehmung aller Teilnehmer. Das Fahrrad, manchmal auch das Boot oder ein anderes Wasserfahrzeug, alle in ihrer Handhabung nicht ganz ungefährlich, seien hervorragende Gelegenheiten, um miteinander in das Gespräch zu kommen.
Der diesjährige Ausflug, wieder bestens vorbereitet von Elke und Thomas Opitz und Heiko Vick aus Halle, führte vom 20 Kilometer östlich von Weimar gelegenen Apolda mit dem Fahrrad an der Ilm entlang nach Denstedt, in dessen Kirche die Liszt-Orgel viele Besucher anzieht. Das vorbereitete Orgelkonzert mit Werken von Liszt, Bach und modernen Improvisationen verbreitete in der kleinen, schönen und schlichten Kirche eine schwer zu beschreibende und nicht zu vergessende Atmosphäre.
Weimar, seit 1999 Kulturhauptstadt Europas, war der Höhepunkt der Reise. Hier verbinden sich die politische Geschichte des Spätmittelalters und des letzten Jahrhunderts mit der Kulturgeschichte Deutschland der letzten 250 Jahre.
"Weimar, ein großer Spiegel unserer Geschichte der letzten Jahrhunderte und unsere Schulpartnerschaft, ein kleiner Spiegel des Zusammenwachsens von Ost und West - welch ein Finale anlässlich des 25jährigen Jubiläums", so das Fazit von Rainer Skowronek im Namen der Teilnehmer.