Selbstbewusste Engelbosteler kämpfen

Als Ortsbürgermeisterin setzt sich Gudrun Mennecke für Engelbostel ein und will ihre Fraktionskollegen im Rat überzeugen. (Foto: G. Gosewisch)

Verwaltungsstelle soll im „besonderen Dorf“ offen bleiben

Langenhagen (gg). Die Hängepartie geht weiter: seit mehr als einem halben Jahr beraten sich die Fraktionen SPD und Grüne zum Erhalt der Verwaltungsstellen in den Ortsteilen und finden keine Entscheidung. Bürger können in den Verwaltungsstellen, sozusagen fußläufig erreichbar in ihrer Nachbarschaft statt im Bürgerbüro in der Kernstadt, Angelegenheiten wie die Verlängerung des Personalausweises oder beglaubigte Kopien und vieles mehr regeln. Bisher gibt es Verwaltungsstellen noch in Kaltenweide, Godshorn und Engelbostel. In Schulenburg wurde die Verwaltungsstelle im vergangenen Sommer geschlossen, weil die zuständige Mitarbeiterin in den Ruhestand verabschiedet wurde. Ersatz stellt die Verwaltung nicht. In Krähenwinkel gibt es schon seit Längerem keine Verwaltungsstelle mehr.
Hintergrund für eine mögliche Schließung der Verwaltungsstellen ist eine Empfehlung eines Wirtschaftsprüfer-Büros. Das hatte in einem Bericht eine Reihe von Verbesserungen in Sachen Effizienz für die Stadtverwaltung mit seinen knapp 700 Mitarbeitern aufgezeigt, und da dieses Paket von SPD und Grünen im Rat bestätigt wurde, gibt es nun ein Problem. Schwer tun sich die Ortsräte, den Service für ihre Bürger aufzugeben. Insbesondere Ortsbürgermeisterin und SPD-Ratsfrau Gudrun Mennecke „kämpft“ für den Erhalt: „Das habe ich meinen Mitbürgern hier in Engelbostel versprochen und daran halte ich mich.“ Viel erreicht hat sie schon, denn eigentlich ist die SPD-Fraktion im Rat für die Schließung. Der Vorsitzende Marc Köhler erklärt im Gespräch mit dem ECHO, dass er sich für Engelbostel eine „Sonderstellung“ vorstellen kann. Die führt auch Gudrun Mennecke als Argument für den Erhalt an und will so die Grünen-Fraktion nun endlich überzeugen. Demnach habe Engelbostel eine eigene Struktur: „Es gibt wenige Neubürger, aber viele Alteinwohner. Es gibt es starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, eine eigene Dorfgemeinschaft, die auch durch die besonders starken Vereinsstrukturen gestärkt wird.“ Einer möglichen Kosteneinsparung in Langenhagens Haushalt mit der Schließung der Verwaltungsstelle stehe viel Ärger unter den Bürgern entgegen. „Die Wirtschaftsprüfer haben nur den Kundenverkehr gezählt, den eigentlichen Mehrwert für die Bürger aber nicht bewertet“, erklärt die Ortsbürgermeisterin und bedauert die Hängepartie für die Mitarbeiterin in der Verwaltungsstelle. Unzumutbar sei die andauernde Ungewissheit, ob es in Engelbostel weiter geht oder nicht.
"Wir können uns eine Schließung der Verwaltungsstelle vorstellen", gibt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Dirk Musfeldt Auskunft und weiter, "wir müssen in den Beratungen noch ausloten wie die Mehrheit zu gestalten ist."