Seltener Geburtstag im Eichenpark

Freude über den Gratulanten: Frieda Huth nahm Bürgermeister Friedhelm Fischer in den Arm. Foto: E. A. Nebig

Frieda Huth wurde 100 Jahre alt

Langenhagen (ne). Frieda Huth, geborene Keunecke und verwitwete Meine, feierte jetzt im Kreis ihrer Familie ihren 100. Geburtstag. Wer sie kennen lernt, kann es kaum fassen, so jung wirkt die elegante, fröhliche alte Dame. So ging es auch Bürgermeister Friedhelm Fischer, als er die Jubilarin im Altenzentrum Eichenpark besuchte, um die Glückwünsche der Stadt Langenhagen sowie Glückwunsch-Urkunden der Landesregierung und des Regionspräsidenten Hauke Jagau zu überbringen.
Frieda Huth zog erst vor zwei Jahren in die Seniorenresidenz im Eichenpark um, bis dahin versorgte sie sich, betreut von Enkelsohn und Schwiegertochter, noch selbst in ihrer eigenen Wohnung in Hannover. Geboren wurde sie als drittes Kind von zehn Geschwistern in Erzhausen hinter den Sieben Bergen bei Alfeld/Leine. Nur sie und ihre jüngste Schwester leben noch. Mit 14 Jahren verließ sie ihr Elternhaus und erlernte in einem renom- mierten Gasthaus in Bad Salzdethfurt das Kochen. Später nahm sie ein Angebot des hannoverschen Gastwirtes Gustav Meine als Köchin an – doch dabei sollte es nicht bleiben. Der neue Chef verliebte sich in die tüchtige, attraktive junge Frau und die beiden heirateten. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor, doch der Krieg vernichtete die gesamte Existenz, und schon 1947 verstarb Frieda Meines Mann. Nun stand sie mit den beiden Söhnen allein da, aber sie krempelte die Ärmel auf und begann in Hannover-Linden von vorn. Später lernte sie beim Sport Ewald Huth kennen, der in den Nachkriegsjahren als Ehrenamtlicher in der Leichtathletik in ganz Deutschland eine bekannte Persönlichkeit war. Sie unterstützte dessen sportliches Engagement aktiv bis ins hohe Alter und kennt seitdem alle großen deutschen Sportstätten. Als Ewald Huth 1993 verstarb, zog sie in eine Altenwohnung um.
Über den Besuch des Bürgermeisters zu ihrem 100. Geburtstag freute sich die Jubilarin ganz besonders: Sie nahm das Stadtoberhaupt in den Arm und bestand darauf, mit ihm mit einem Glas Sekt auf ihren Ehrentag anzustoßen.