Sichere und verplombte Fracht

Die Mitglieder von Pro Airport bekamen eine Menge Technik geboten.Foto: D. Lange

Bürgerforum Pro Airport Hannover besucht neuen Aircargo-Terminal

Langenhagen (dl). Eine Abordnung des Bürgerforums Pro Airport um dessen Vorsitzenden Bernd Speich besuchte am Freitag das neue Aircargo Terminal (ACT) im westlichen Teil des Flughafens, das vor rund 14 Tagen seinen Betrieb aufgenommen hat und mit seinen 18 000 Quadratmetern Hallenfläche und einer der modernsten Sicherheitseinrichtungen für den Versand von Luftfracht die Kapazitäten des bisherigen Aircargo-Centers (ACC) am Flughafen und an der Münchner Straße um ein Vielfaches erweitern wird. Die Pro-Airport-Mitglieder wurden vom Geschäftsführer der Aircargo Services Hannover (ASH), Gero Seidler, und dem Luftfrachtsicherheitsbeauftragten der ASH, Heiko Gerstenkorn, durch die Halle des ACT geführt und konnten sich vor Ort ein Bild davon machen. Noch sieht es in der Halle etwas kahl aus. Beschriftungen fehlen und noch sind auch noch nicht alle Röntgengeräte vorhanden. Bauherr und gleichzeitig Eigentümer der neuen Halle ist die Dietz AG aus Benzheim in Hessen, deren Schwerpunkt auf dem Bereich der Gewerbeimmobilien liegt und die an den Flughäfen Leipzig und Frankfurt bereits vergleichbare Logistikhallen errichtet hat. Größter Mieter im neuen ACT ist neben anderen Logistikunternehmen wie Kühne & Nagel, DHL und der Lufthansa die Flughafentochter ASH. Deren Geschäftsführer Gero Seidler hat eine Vision: In nicht allzu ferner Zukunft sollen Frachtflugzeuge mit einer Bugladeklappe ein Stück in die Halle hineinfahren, um sie von dort direkt Be- und Entladen zu können. Die entsprechende Fläche vor der Halle, die die notwendige Verbindung zum Vorfeld herstellt, steht dafür bereits zur Verfügung. Noch ist das zwar Zukunftsmusik, aber anhand einer Computergrafik wird deutlich, wie dieser spezielle Teil des Terminals später einmal aussehen wird. Als Agent für zurzeit 80 Airlines ist die ASH zuständig für die Luftfrachtabfertigung, darüber hinaus vermittelt sie den Transport von Luftfracht sowohl mit dem Flugzeug als auch zu Lande mit dem Laster und ist, wenn in Kürze alle zehn Röntgengeräte installiert sein werden, zertifizierter Dienstleister für flugsichere Luftfracht nach den Richtlinien des Luftfahrtbundesamtes und der amerikanischen Luftfahrtbehörden. Sichere und verplombte Luftfracht kann somit an allen anderen Röntgenschleusen vorbei und damit schneller zum Empfänger weiter transportiert werden. Das gilt auch für das neue Aircargo -Terminal. Auf einer sogenannten „Fast Lane“ kann auch dort bereits sichere Fracht an den Röntgengeräten vorbei schneller abgefertigt werden. Um auch den Umgang mit den Röntgenanlagen für die Beschäftigten des ACT so sicher wie möglich zu gestalten, wird ein Strahlenschutzbeauftragter der ASH die Dosimeter, die alle an den Anlagen tätigen Mitarbeiter tragen werden, regelmäßig überwachen und auswerten. Die Lenkung der zu erwartenden Verkehrsströme dagegen, gerade auch im Hinblick auf den neuen Road Hub des Logistikers TNT in unmittelbarer Nachbarschaft zum Aircargo Terminal, stellt ein noch zu lösendes Problem dar. Hier geht es um die Frage, wie der zunehmende Lastwagen-Verkehr von der Trogstrecke, die unter dem Vorfeld entlangführt, über die Nordstraße auf möglichst direktem Weg und unter Umgehung der An- und Abflugebenen zur Flughafenstraße geleitet werden kann.