"Sicherer Hafen“ für Schutzsuchende

Stadt bietet derzeit etwa 400 Geflüchteten ein Zuhause

Langenhagen. Geflüchtet vor den Ereignissen in der Ukraine, haben derzeit etwa 400 Menschen in Langenhagen eine von der Stadt bereitgestellte Unterkunft gefunden. Als „Sicherer Hafen“ ist es Langenhagen wichtig, allen Schutz zu bieten, die ihn benötigen. Sie organisiert deshalb selber die Flüchtlingsunterbringung; andere Regionskommunen haben diese Pflichtaufgabe abgegeben. Warum Langenhagen diese Arbeit leistet? Ein Grund: Die Stadt legt großen Wert darauf, Ankommende so schnell wie möglich in kleine Objekte unterbringen zu können.
Eine derzeit in der Nähe des Flughafens angemietete Sporthalle nutzt die Stadt dazu, um Geflüchtete nach ihrer Ankunft in der Stadt schnellstmöglich eine Unterkunft bieten zu können. Es ist die größere von zwei Notunterkünfen, von der aus Geflüchtete weitervermittelt werden auf kleinere Objekte –Modulbauten, Häuser, Wohnungen oder Zimmer. „Wir verfolgen weiterhin das Konzept der dezentralen Unterbringung“, berichtet Doris Lange, Leiterin der städtischen Abteilung Soziales. „Wir sind täglich im Einsatz, auch damit die Menschen in den Notunterkünften möglichst nur wenige Nächte bleiben müssen.“
Einige der kleineren Objekte zur Unterbringung von Geflüchteten befinden sich im Eigentum der Stadt Langenhagen. In ihnen werden vorrangig Mütter mit Kleinkindern untergebracht. Andere hat sie bereits angemietet oder wird sie anmieten – von Organisationen, Geschäfts- oder Privatleute.
Bei der Anmietung neuer Objekte ist die Stadtverwaltung auf einem guten Stand. Jedoch bedarf es verschiedener, zum Teil aufwendiger und zeitintensiver Vorbereitungen vor dem Einzugstermin. Wie ist der Zustand der angebotenen Objekte, welche Mietdauer wird angestrebt, welche Schönheits- beziehungsweise Reparaturen sind notwendig? Gibt es eine Kücheneinrichtung und welche Möbel werden benötigt? Das sind nur einige der Fragen, die es zu klären gilt. „Bei Anmietungen müssen wir andere Maßstäbe ansetzen, als wenn wir bei der Vermittlung von privatem Wohnraum unterstützen“, erläutert Doris Lange. „Wenn wir etwas unterschreiben, einen Mietvertrag eingehen, übernehmen wir Verantwortung.“
Im Sinne der Nachhaltigkeit strebt die Stadt an, Wohnraum längerfristig zur Unterbringung von Geflüchteten zu nutzen. Sie investiert daher sowohl Personal- und Materialeinsatz als auch finanzielle Mittel in die Schaffung weiterer Unterkünfte. Derzeit plant sie, ein städtisches Gebäude am Fuhrenkamp entsprechend aus- beziehungsweise umzubauen. Mit der Anmietung weiterer Module, umgangssprachlich Container, sollen künftig verteilt auf zwei Standorte bis zu 90 Personen untergebracht werden.
Die Unterstützung seitens der Bevölkerung ist nach wie vor groß. Damit Mietangebote gleich an die zuständigen Stadtbeschäftigten und Spenden die richtigen Personen gelangen, bittet die Verwaltung darum, die jeweils eingerichteten Kontaktmöglichkeiten zu nutzen. Wer Wohnraum bereitstellen kann, melde sich per E-Mail an unter fluechtlingsbetreuung@langenhagen.de; verschiedene Möglichkeiten, um sich ehrenamtlich zu engagieren oder etwas zu spenden, hat die Stadt unter www.langenhagen.de/ukraine zusammengestellt.