Sie reisen für ihr Leben gern nach Schweden

Lieben beide die Natur: Christa und Dieter Leske aus Wiesenau.
 
In der Nähe von Solingen gaben sich die zwei am 22. Juli 1960 das Ja-Wort.

Christa und Dieter Leske feiern jetzt das Fest der diamantenen Hochzeit

Langenhagen (ok). Sie kennen sich schon von Kindesbeinen an, später ist dann Liebe daraus geworden. Aber der Reihe nach: In Hasselfelde im Harz lebten die Familien Kiehl und Leske nach dem Krieg Tür an Tür; sie waren wegen des Krieges evakuiert worden. Mit dabei: die Kinder Christa und Dieter, die heute 80 und 86 Jahre alt sind. Die Leskes aus Hannover freundeten sich mit den Kiehls aus Solingen an. Dieter Leskes Mutter flüchtete mit Christa 1946 sogar über die Grenze bei Duderstadt; ihre Mutter nahm umgekehrt Dieter mit. Später verbrachte Christa Leske die Ferien oft in Hannover oder auch in Wiesenau, wo Dieter Leskes Großeltern – sie leiteten den damaligen Konsum am Harzweg – schon ein Haus besaßen. Das war im Krieg ausgebrannt und ist mit 12.000 zusammengesammelten Steinen wieder errichtet worden. 1959 bauten dann Dieter Leskes Eltern gleich nebenan an der Friedrich-Ebert-Straße, wo sie heute noch wohnen, ein zweites Haus. Christa und der sieben Jahre ältere Dieter verloren sich nie aus den Augen. 1957 ging der gelernte Molkereimeister für zwei Jahre nach Schweden – heute noch ein bevorzugtes Reiseziel der beiden, die nach eigenen Angaben auch leidlich gut Schwedisch sprechen. „Wir haben uns viele Briefe geschrieben“, sagen die beiden unisono. Nach seiner Rückkehr aus Skandinavien besuchte er seine dann oft mit dem Moped in Solingen, die Liebe zwischen dem Molkereifachmann und der gelernten Konditorin wuchs. 1959 verlobten sie sich, am 22. Juli 1960 dann die Hochzeit bei Solingen. Beide fanden Arbeit in Hannover und zogen nach Wiesenau. Die beiden Söhne Gunnar und Olaf erblickten 1963 und 1965 das Licht der Welt. Dieter verdiente fortan das Geld, und Christa blieb zu Hause. Die lebenslustige Frau kümmerte sich um ihre beiden Jungs und auch um ihre vielen Ehrenämter, zum Beispiel den Schulelternrat und vor allen Dingen die SPD. Der sozialdemokratischen Partei gehört sie mittlerweile mehr als 50 Jahre an, ihr Ehemann sogar mehr als 60 Jahre. Christa Leske, die dem Rat der Stadt 25 Jahre lang angehörte, erinnert sich genau, dass damals viel ohne große Formalitäten lief: „Ich habe zwei bis drei Besucher des Kirchentags aufgenommen und hatte dann einen begehrten Kindergartenplatz für meinen Sohn.“ Den eher ruhigeren Dieter Leske und seine kontaktfreudige Frau verbindet auch die gemeinsame Liebe zu den heimischen Vogelarten und zur Natur, Christa Leske ist auch im Arbeitskreis „Grünes Langenhagen“ aktiv, kocht für ihr Leben gern Marmelade ein und sammelt kunstvoll angefertigte Eulen. „400 stehen etwa bei mir“, erzählt sie fröhlich. Im Quartierstreff sind die beiden Leseratten zusammen regelmäßig dienstags bei „Aktiv und Achtsam im Alltag“ mit Horst Polomka. Der traditionelle Schweden-Urlaub musste in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen, aber er soll natürlich auf jeden Fall nachgeholt werden. Die Leskes haben schon viel von der Welt gesehen, nur in südlichere Gefilde hat es sie nicht so sehr gezogen: die Mongolei und Russland haben die zwei fasziniert, in Chicago waren sie auch schon genauso wie in Langenhagens Partnerstadt Bijeljina in Bosnien und Herzegowina. Und natürlich neben Schweden auch viel in Norwegen. Ansonsten genießt das diamantene Paar die Ruhe in seinem schönen Garten mit den zwei Bienenstöcken und hofft noch auf viele gemeinsame Jahre.