Sie suchen der Stadt Bestes

Er hat Visionen, und er hat auch Ideen: Die Frage ist nur, könnte Mirko Heuer sie als möglicher Bürgermeister, der in der Rolle des Oppositionsführers in den vergangenen Jahren viel Frust erfahren hat, umsetzen? Die politischen Konstellationen mit einer rot-grünen Mehrheit sprechen eher dagegen, seine Fähigkeit auf Menschen zuzugehen und sie rhetorisch mitzunehmen, sind sicherlich ein Pluspunkt für den 47-jährigen Diplom-Ingenieur. Das nächste halbe Jahr des Wahlkampfes – als Wahltermin wird der 25. Mai 2014, Tag der Europawahl, angepeilt, scheint „heiß“ zu werden. Der Amtsinhaberbonus für Friedhelm Fischer, der sich in seiner Amtszeit bisher keine groben Schnitzer erlaubt hat, ist sicher nicht zu unterschätzen. Beide Kandidaten werden im Wahlkampf betonen, dass sie das Beste für die Stadt wollen – eine Aussage eines Verwaltungschefs, die die Bürgerinnen und Bürger aber auch erwarten dürfen. Nur der Weg dahin scheint ein anderer zu sein; Heuer hat Fischers Führungsstil in den vergangenen Jahren ein ums andere Mal kritisiert, der Bürgermeister die Ansätze des Herausforderers nicht unbedingt als bahnbrechend angesehen. Die beiden Bewerber trennen mehr als zehn Jahre an Lebensalter – während Fischer auf eine lange Karriere in leitenden Verwaltungstätigkeiten zurückblicken kann, geht es für Heuer darum, sich im speziellen Umfeld einer Verwaltung zunächst einmal zu profilieren und Respekt zu verschaffen. Für ihn gilt es, sein Profil im Wahlkampf herauszuarbeiten, für seinen Kontrahenten, es zu schärfen. Kurioserweise liegen die beiden beim wohl größten Streitthema in der Stadt auf einer Wellenlänge: Sowohl Fischer als auch Heuer wollen ein neues Schwimmbad, Heuers Engagement fürs damalige Projekt La2O hat ihn sogar in die Politik geführt. Ein Thema, dass der Christdemokrat in seiner Bewerbungsrede geschickt aussparte, trifft er bei vielen Wählerinnen und Wählern im Westen Langenhagens doch damit einen wunden Punkt – auch in der eigenen Partei. Wie wird es Mitte kommenden Jahres aussehen: Gibt es in Langenhagen einen christdemokratischen Bürgermeister, der zusammen mit oder gegen eine rot-grüne Mehrheit agieren muss? Oder bleibt an der Verwaltungsspitze alles beim Alten, und die CDU-Fraktion im Rat muss mit einem geschwächten, weil unterlegenen Vorsitzenden weiter Politik machen? Oder kommt alles ganz anders und ein dritter Kandidat, der sich bisher noch nicht gezeigt hat, gewinnt die Wahl um den Sessel im Rathaus für sich? So oder so – es bleibt spannend.