"So transparent wie möglich"

Experten erläutern die „bauzeitliche Wasserhaltung Badneubau“

Langenhagen (dl). Das beherrschende Thema zu Beginn der zweiten öffentlichen Info-Veranstaltung zum Thema „bauzeitliche Wasserhaltung während des Schwimmbadneubaus“ (die erste fand im Juli statt) war, wie kann es anders sein, die jüngst erfolgte Bombenräumung auf dem Baugrundstück. Eine Vorerkundung des Baugrundstückes für den Schwimmbadneubau an der Theodor-Heuss-Straße auf Verdachtsfälle anhand der Luftbildauswertungen ergab zunächst keinen Befund. Aber das muss offenbar nicht heißen, dass dort auch keine Bombenfunde zu erwarten sind. Im Gegenteil. Mit dem 500 Kilogramm schweren Blindgänger, der auf dem Baugelände des neuen Schwimmbades an Ort und Stelle gesprengt werden musste, hatte niemand gerechnet. Er wurde eher zufällig gefunden. Grund genug daher für den Stadtbaurat und Betriebsleiter des Eigenbetriebs Bad, Carsten Hettwer, sicherheitshalber eine Komplettuntersuchung des 90.000 Quadratmeter großen Baugrundstücks in Auftrag zu geben. „Der Vorfall hat gezeigt, dass wir uns allein auf die Luftbildauswertungen der Bombenabwürfe im Zweiten Weltkrieg nicht verlassen sollten“. Die Infoveranstaltung nutzten auch diesmal wieder viele Interessierte und Anlieger, um sich über den aktuellen Stand der Dinge ein Bild zu machen. Vertreter des Eigenbetriebs Bad der Stadt Langenhagen und der unteren Wasserbehörde der Region Hannover erläuterten den Stand des Genehmigungsverfahrens zur Wasserhaltung sowie des Beweissicherungsverfahrens, das im Zuge des Neubaus zum Einsatz kommen wird. Wegen des hohen Grundwasserstandes in unmittelbarer Umgebung des Baugeländes muss der allgemeine Wasserstand während des Baus der Kellergeschosse um rund zwei Meter abgesenkt werden, zumindest solange, bis diese nicht mehr aufschwimmen können. Die Genehmigung dazu wird die Region, so ist es geplant, voraussichtlich Anfang Januar erteilen. Der Beginn der Absenkung ist für März 2015 vorgesehen und wird bis etwa zum Ende des Jahres andauern. Zur ständigen Kontrolle des Grundwasserstandes und zur Dokumentation der Maßnahmen im Hinblick auf die umliegende Bebauung befinden sich in unmittelbarer Umgebung um die Baustelle herum, von der Kleingartenkolonie Rennbahnblick bis zur Siedlung „Neue Bult“, so genannte Beweissicherungspunkte. Die Bäume und Gehölze im Eichenpark werden ebenfalls ständig überwacht, um Schäden aufgrund von zu niedrigen Wasserständen zu verhindern. Andererseits soll ein ausreichend niedriger Grundwasserstand, wie von den Anliegern gefordert, eventuell auftretende Spitzen auffangen können, die aufgrund von Tauwasser und/oder ergiebigen Regenfällen entstehen. Das zeitweilig angedachte Vorhaben, das Brunnenwasser für die Trinkwasserversorgung des Bades aufzubereiten, wurde wegen der im Wasser festgestellten Chloridkonzentrationen wieder fallengelassen angesichts der geforderten Trinkwasserqualität. Es fällt auf, dass die Verwaltung in der beginnenden Bauphase des Bades im Sinne des Verwaltungs-Durchführungsgesetz auf größtmögliche Bürgerbeteiligung setzt und dafür sogar bereits gelobt wurde. Ein Novum, nach all der Prügel, die die Stadtverwaltung in den letzten Monaten einstecken musste, auch und gerade in Sachen Schwimmbad. „Wir wollen mit dem Badneubau so transparent wie möglich sein“, so Hettwer.