Solarkonzern kauft Eishalle

Wollen, dass der Betrieb mit dem Deutschen Meister von 2010 weitergeht (von links): Marco Brunotte, SPD-Fraktionschef Marc Köhler, Friedhelm Fischer und Marco Stichnoth.Foto: O. Krebs

Politik und Verwaltung suchen nach „tragfähiger Lösung“

Langenhagen (ok). Das „Tal der Tränen“ scheint durchschritten; das Thema Eishalle ist offensichtlich auf einem guten Weg. Denn: Ein Käufer für die Eishalle, die im Insolvenzverfahren steckt, ist gefunden worden. Nach Auskunft von Geschäftsführer Marco Stichnoth steigt ein Konzern ein, der sein Geld mit Wind- und Solarenergie verdient, will die Halle auch für seine Zwecke nutzen. Allerdings kaufe er nicht das Grundstück an der Brüsseler Straße. Das bleibe im Besitz der Stadt, die natürlich nicht wie bisher auf ihren Erbpachtzins verzichten will. Nach Aussage von Bürgemeister Friedhelm Fischer und Wirtschaftsförderer Jens Monsen belaufe der sich auf etwa 30.000 bis 50.000 Euro im Jahr; der Verwaltungschef stellte in Aussicht, dass er in dieser Richtung durchaus gesprächsbereit sei. Mit etwa 25.000 Euro veranschlagt Stichnoth, der jahrelang die Geschicke in der TUI-Arena auf dem Expo-Gelände gelenkt hat, die laufenden Betriebskosten; etwa 60.000 Euro müssten aus seiner Sicht noch einmal als Invest getätigt werden, um die Halle wieder flott zu bekommen. Denn: Lange Zeit sei jetzt nicht viel passiert, die Maschinen auch nicht dementsprechend gewartet worden. Das Insolvenzverfahren dauere einfach zu lange. Für Marco Stichnoth gehe es jetzt darum, kräftig die Werbetrommel für die Eishalle zu rühren, die oft genug mit Negativmeldungen in den Schlagzeilen gestanden habe. Gerade, was die Sponsoren angehe. „Ich komme mir vor wie der Zirkus Roncalli mit Bernie Paul“, sagt Stichnoth schmunzelnd. Das vergangene Wochenende mit Eisdisco, Eislauf und der Eröffnung der Gastronomie „Herzblut“ sei allerdings sehr gut angenommen worden. Die Eishalle, die ein Magnet für Langenhagen und die Umgebung werden solle, sei das Eine, die sportliche Seite mit dem Oberligateam der Scorpions und der Nachwuchsarbeit des SC Langenhagen das Andere. Aus allen Bausteinen setze sich das Gesamtkonzept zusammen. Ob es sich um eine „tragfähige Lösung“ handelt, darüber muss jetzt der Rat der Stadt Langenhagen entscheiden. Die Verwaltung hat zumindest eine Drucksache erarbeitet, die nicht öffentlich ist; am 30. September kommt das heikle Thema dann in der Ratssitzung zur Sprache. Ratsherr Marco Brunotte (SPD): „Die Lösung liegt jetzt auf der politischen Seite.“ Für Wirtschaftsförderer Jens Monsen ist es bis zum 31. März, dem Ende der Saison, auf jeden Fall die „letzte Chance, die Eishalle zum Laufen zu bringen.“ Allerdings ist es für Bürgermeister Friedhelm Fischer auch das „schlechteste Szenario, wenn die Halle zugemacht wird.“ Fischer: „Ein sauberer Betrieb ist das beste.“