Solide Planung oder Ausreden?

Jens Mommsen (BBL) kritisiert fehlenden Masterplan für die IGS scharf

Langenhagen (ok). Schule, Schule und nochmal Schule – das Thema dominierte auch wieder die jüngste Ratssitzung. Jens Mommsen (BBL) hatte eine aktuelle Stunde in Sachen Masterplan für die IGS Langenhagen beantragt, kritisierte die Verwaltung scharf für die Zeitverzögerung. Dreieinhalb Jahre seien bisher schon ins Land gezogen, ohne dass etwas passiert sei. Statt solider Planung immer nur neue Ausreden; jeder Tag, der ohne Ergebnis ins Land ziehe, koste immer mehr Geld. Es werde im Geheimen statt öffentlich diskutiert. Und unter den Schulen müsse es Gerechtigkeit geben, gleiche Qualität vorherrschen. Es gebe weder einen Raumplan noch einen Master- oder Bauphasenplan oder eine Anbindung an die Stadtparkallee.  Jens Mommsen: "Wir brauchen belastbare Pläne, um mit Hochdruck arbeiten zu können." Bürgermeister Mirko Heuer widersprach Mommsen in der jüngsten Ratssitzung vehement: Alles laufe öffentlich, nichts im Geheimen ab. Ziel sei es, sowohl den Bau des Gymnasiums als auch die Planungen der IGS voranzutreiben. Aber auch beim Gymnasium, wo eigentlich alles klar schien, gibt es noch Bedenken bei Teilen der Politik. Stichwort: Kaltluftschneise. Die Grünen befürchten erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt, wenn sie fehle. Die Stadt müsse beim mit 64,6 Millionen bislang teuersten Projekt die Stadt als Ganzes im Auge behalten. Äußerungen, die Gymnasiallehrerin Silke Kaune und den langjährigen Schülersprecher des Gymnasiums, Julius Richter, und auch Elternvertreter Steffen Hunger auf die Palme brachten. Verlässlichkeit seien so nicht gegeben, wenn Zeitplan und Kosten wiederum in Frage gestellt würden. Eine Einsparung von zehn Millionen Euro, wie sie Ulrike Jagau ins Spiel brachte, seien nur mit Einschnitten im Raumprogramm möglich. Alles müsste dann wieder von vorn beginnen. Die Folgen seien zum Beispiel Mehrkosten, Zeitverlust, Frust bei allen Beteiligten und drohende Abwanderung von Lehrkräften.
Zurück zur IGS: Hier sieht Bürgermeister Mirko Heuer allles im Fluss, mit einer Machbarkeitsstudie, in die auch neue Aspekte eingebracht werden sollen, sei im Dezember zu rechnen. So könne es beim Raumprogramm zum Beispiel eine neue Variante mit E-, F- und G-Trakt geben. Das erste Verfahren könne dann Mitte des Jahres angeschoben werden. Anja Sander (SPD) merkte an, dass niemand etwas für den derzeitigen Zustand könne, Schuldzuweisungen nicht weiterführten. Alle Beteiligten litten unter der Situation. Zum Neubau des Gymnasiums merkte die Sozialdemokratin an: "Hätten wir am Schulzentrum gebaut, wäre es schneller gegangen.So mussten wir das Grundstück erst noch kaufen."   Dirk Musfeldt, Fraktionschef der Grünen, schkug in die Kerbe der BBL. Der Fortschritt sei intransparent dargestellt, dreiieinhalb Jahre trotz des komplexen Aufwandes viel zu lang. Mirko Heuer dagegen kann keine fehlende Transparenz feststellen. Ein Technischer Schulbauausschuss sei für solche Diskussionen extra installiert worden. Heuer: "Jetzt ist noch der letzte Zeitpunkt, um die Notbremse zu ziehen."