SPD kritisiert Verkauf

Investor übernimmt Flughafen-Anteile

Langenhagen. Der SPD-Ortsverein kritisiert den geplanten Verkauf von Anteilen an der „Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH“. So will der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport AG seinen 30-prozentigen Anteil an den britischer Finanzinvestor iCon Infrastructure veräußern. „Das Land Niedersachsen hätte die Chance gehabt, über das Vorkaufsrecht aus dem Flughafen Hannover wieder ein vollständig öffentliches Unternehmen zu machen“, sagt Marco Brunotte, Vorsitzender der SPD Langenhagen.
Mit dem Vorkaufsrecht als Mitgesellschafter könnten die Anteile wieder vollständig in die öffentliche Hand übergehen. Durch die gute finanzielle Situation des Landes Niedersachsen würde sich der Kaufpreis von knapp 100 Millionen Euro darstellen lassen. „Immer wieder wird die Bedeutung des Flughafens als öffentliche Infrastruktur mit einer strategischen Relevanz für den gesamten Norddeutschen Raum betont“, sagt Marco Brunotte, „diese öffentliche Infrastruktur gehört auch wieder vollständig in öffentliche Hand.“ Da sei auch notwendig, damit für gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten gesorgt werden könne.
In den letzten Jahren wurde mehrfach über vermeintliches Sozialdumping durch eine Tochter der „Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH“ berichtet. So sollen die Gehälter für die Mitarbeiter des Unternehmens „AHS“ (Aviation Handling Service) seit 2001 nicht erhöht worden sein. AHS ist Anbieter für Bodenverkehrsdienste am Flughafen Hannover-Langenhagen und gehört zu 29,75 Prozent der „Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH“.
Der Gehaltsunterschied zu den beim Flughafen angestellten Mitarbeitern betrage bis zu 40 Prozent. Viele würden nur den gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunden erhalten. Die Gewerkschaft ver.di fordert kämpft für einen Tarifvertrag für die AHS-Mitarbeiter mit dem es mehr Stundenlohn, eine Entgelttabelle, mindestens 27 Urlaubstage und eine Bezahlung für Überstunden geben soll.
Der britische Finanzinvestor werde eine angemessene Rendite auf seinen Kaufpreis erwarten und diese gehe Zulasten der Beschäftigten und auch der Anwohner. „Wir befürchten, dass durch den neuen Finanzinvestor der wirtschaftliche Druck steigen und es zu weiter steigenden Nachtflügen kommen wird“, sagt Marc Köhler, Vorsitzender SPD-Fraktion im Rat der Stadt Langenhagen. Das Land Niedersache müsse sich deswegen seiner Verantwortung stellen.