Spielen wurde zum Abenteuer

Ein Blick in die Vergangenheit des Abenteuerspielplatzes

Langenhagen (kr). Denkanstöße für eine Abenteuerspielplatz-Initiative gab am 25. Mai 1972 der 13-jährige Uwe Herzog mit seinem Leserbrief im Langenhagener ECHO, in dem er die „einfallslosen städtischen Spielplätze“ kritisierte: „Sie bestehen meistens nur aus einem Sandkasten, ein paar Röhren und einem Klettergerüst. Diese Einrichtungen werden so lange leer bleiben, bis man beim Bau neuer Anlagen die Wünsche und Vorstellungen der Kinder an die erste Stelle setzt.“
Uwe Herzog verwies in seinem Brief auf einen besonderen Spielplatz, den er in der hannoverschen Eilenriede kennengelernt hatte, wo die Kinder im Umgang mit Brettern, Nägeln, Farbe, Kisten und  Styropor „ihrer Fantasie freien Lauf  lassen konnten“ – und das nicht auf einem kleinen abgesperrten Platz, sondern inmitten der Natur. Ein ähnliches Konzept wünsche er sich auch für Langenhagen.
Unter der Leitung von Hans-Jörg Helwig und Karin Hermann bildete sich fast zeitgleich eine Intitiativgruppe für den Bau eines Abenteuerspielplatzes für Langenhagen. Hinzu kamen Dieter Siebert, Klaus Gerd und vor allem Klaus und Ruth Busse. Das Ehepaar setzte zehn Jahre lang wichtige Akzente bei der Gestaltung des Geländes. Eine Haftpflichtversicherung für spielende Kinder und Betreuer übernahm damals die Stadt.
Offiziell eröffnet wurde der neue Abenteuerspielplatz am 1. September 1973 unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Walter Bettges. Über die von 500 Kindern besuchte Veranstaltung schrieb damals ECHO-Mitarbeiter Ernst August Nebig: „Da wurde auf einem riesigen Gelände zwischen Silbersee und Sparta-Sportplatz gebaut, gerauft, geklettert, getobt, geschrien, gekokelt, im Dreck gemanscht, gebuddelt, gebraten, gemalt, zerstört, etwas wieder errichtet, gebastelt und geplanscht. Spielen wurde zum richtigen Abenteuer.“