Sport und Integration kombiniert

Der Direktor des Landessportbundes Reinhard Rabe gratuliert zusammen mit Minister Schünemann (links) Ömür Türk zur Trainerlizenz in den Räumen des MTV Engelbostel.

Minister Schünemann lobt LaMis-Projekt für Migrantinnen

Engelbostel (gg). „Integrationsprojekte sind keine Selbstverständlichkeit. In der Praxis kann viel schief gehen“, sagt der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport Uwe Schünemann im Rahmen einer Lizenzvergabe. Elf Migrantinnen haben in einem besonderen Lehrgang die Übungsleiter-Ausbildung Trainer-C erfolgreich absolviert und erhielten ihre Lizenzen in einer Feierstunde. In seinen Grußworten betonte Schünemann: „Sport ermöglicht ein spielerisches Erleben von Integration. Es kann auch Probleme geben, aber die sollte man nicht in den Vordergrund stellen, sondern sich am positiven Beispiel orientieren.“ Wichtig sei, so der Minister, dass die Übungsleiterinnen einen positiven Integrationsgedanken in ihre Trainingsgruppen weiter tragen und damit weiter verbreiten.
Zwei engagierte Frauen haben aus ihrer Idee, Migrantinnen zu Übungsleiterinnen zu machen, einen neuen Weg vorgegeben. Aysun Öztürk, Frauenvorstand der DITIB Moschee, hat zusammen mit
Nuray Albayrak-Karakose aus dem Beratungszentrum für Integrations- und Migrationsfragen der AWO-Region Hannover beim Landessportbund Unterstützung bekommen. Aus der Initiative entstand zusammen mit dem Regionssportbund Hannover und der AWO Region Hannover das Projekt LaMis, Langenhagener Migrantensport. „Es ist ein Projekt, dass viel bewegt hat, denn in den beteiligten Verbänden sind neue Handlungsfelder und Arbeitsstrukturen entstanden, die vorher gar nicht vorhanden waren“, erklären Sven Kromminga von der AWO Hannover und Joachim Brandt vom Regionssportbund. Das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport hat die finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen. Erweiterte Mittel in Höhe von 500.000 Euro wurden dem Landessportbund für Integrationsprojekte zur Verfügung gestellt, eine Vielzahl wird finanziell unterstützt. Etwa 320 Integrations-Projekte werden vom Ministerim in einer Datenbank geführt. Diese dient der Übersicht und der Koordinierung der Projekte. „In der Vielzahl der Modelle soll sich zeigen, was sich bewährt. LaMis gehört sicherlich dazu“, sagt Schünemann.
Für alle Teilnehmerinnen wurden bereits Übungsgruppen gefunden, so dass alle tätig werden und das Gelernte ohne Unterbrechung in der Praxis anwenden können. Funktions- und Gesundheitssport, Tanzgruppen für türkisch-stämmige Senioren oder Angebote für Mütter mit Krabbelkindern – die neuen Übungsleiterinnen Gülcan Adanur, Feza Aydogan, Ferihan Aydogdu, Türkan Dinc, Hatice Eryigit, Aysun Öztürk, Canan Polat, Dalal Saleh, Serpil Tasdemir, Ömür Türk und Betül Yatakci werden vielfältig tätig und sind stolz, dass sie die Ausbildung durchgehalten haben. „Nicht einfach“, sagen viele, denn sie müssen familiäre Verpflichtungen und Beruf mit den neuen Aufgaben koordinieren.