Spuren bis ins 16. Jahrhundert

Nach erfolgter Tafelenthüllung: Landwirt Heinz-Dieter Parl mit seiner Familie und Mitglieder des GLIEM-Projekts. Fotos: K.Raap

Erste Tafel des GLIEM-Projekts am Vollmeierhof Parl

Langenhagen (kr). "Diese Arbeitsgruppe hat hervorragende Arbeit geleistet", dieses Kompliment vom stellvertretenden Langenhagener Bürgermeister Willi Minne galt dem ehrenamtlich tätigen Kreis "Ganz Langenhagen ist ein Museum", kurz GLIEM genannt, als er am Sonnabend nach monatelanger Vorbereitungszeit mit der Durchführung eines tollen Projekts begann. Insgesamt 130 historische Standorte in der Flughafenstadt sollen nach und nach mit Informationstafeln versehen werden, die in Wort und Bild den Betrachter in die Vergangenheit der Flughafenstadt führen. Die Premiere dieser Aktion fand am "Vollmeierhof Parl" an der Walsroder Straße 99 statt. Die Anfänge der Hofstelle, die einst 200 Morgen umfasste, gehen bis in das 16. Jahrhundert und weisen Hinrich Gerleves als ursprünglichen Eigentümer aus. Der heutige Name entstand, als Johann Levin Parl 1726 in die Betreiberfamilie einheiratete. Die Besitzer waren damals abgabenpflichtig gegenüber dem fürstlichen Vogtei- und Amtshof. Das ursprüngliche Fachwerkgebäude wurde 1878 durch ein massives Wohn- und Stallgebäude ersetzt. Zerstörungen im II. Weltkrieg machten weitere gravierende bauliche Veränderungen erforderlich. Im weiteren Verlauf musste die Hofentwicklung schließlich den Plänen des heutigen Stadtzentrums weichen. Ohne nennenswert verbliebende Nutzflächen war 1978 das Ende der landwirtschaftlichen Aktivitäten auf dem Hof der Familie Parl besiegelt. Nach wie vor ist der Hof das Zuhause von Heinz-Dieter Parl, einem ehemaligen Langenhagener Mittelschüler, und seiner Ehefrau Gisela. Ihre beiden Söhne Uwe-Dieter und Jobst-Christian waren inzwischen arbeitsmäßig international tätig.

Krähenwinkels Ortsbürgermeister Andreas Hartfiel und die 2. stellvertretende Langenhagener Bürgermeisterin Ulrike Jagau, die ebenfalls GLIEM-Mitglied ist, sprachen Grußworte, als am Sonntag an der 1908 erbauten alten Krähenwinkeler Schule die zweite Tafel enthüllt wurde. Unter den vielen Gästen der jetzigen Besitzer, die Familien Gäbel senior und junior, auch Altbürgermeister Klaus-Konrad Behrens. Eine besondere Überraschung war die Anwesenheit von Schülern einer Klasse, die noch 1944 im alten Gebäude eingeschult worden war. Sie hatte an diesem Tag mit ihrer Klassenlehrerin Ortrun Caesar ein Ehemaligentreffen im Dorfgemeinschaftshaus. Alle installierten Tafeln sind im virtuellen Museum "GLIEM online" auf www.langenhagen.de zu sehen. Weitere Auskünfte zu diesem Projekt erteilt die Stadtarchivarin Heike Brück-Winkelmann unter der Telefonnumer (0511) 7307 9241.