Stadt benötigt mehr Spender für Hilfsfonds

Werben um Unterstützung für den Spendenfonds Langenhagener helfen Langenhagenern: Doris Lange aus der Abteilung Soziales und der Koordinator des Fachgebiets allgemeine Sozialberatung, Aykut Ilaslam. In den Spendenlöwen im Foyer des Rathauses können Menschen Geld für den Fonds werfen.

Bedürftige freut sich über Sofa / Verwaltung stellt Dosen zur Verfügung

Langenhagen. „Ich bekomme etwas von der Gemeinschaft – und gebe auch gern etwas zurück.“ Diesen Satz sagt eine Langenhagenerin mit großer Dankbarkeit. Die 65-Jährige, die durch Krankheiten bedürftig geworden und auf Hilfe angewiesen ist, hat Unterstützung aus dem Fonds Langenhagener helfen Lan-genhagenern bekommen. 400 Euro für ein neues Multifunktionssofa in ihrer Einzimmerwohnung. Doch die Frau, die wir zu ihrem Schutz namentlich nicht nennen, will das Geld nicht einfach so nehmen. Deshalb engagiert sie sich seit vielen Jahren in mehreren Projekten in der Stadt – ehrenamtlich.
Es sei ein schwerer Schritt gewesen zu sagen, „Ich brauche Hilfe, ich schaffe das alleine nicht“, berichtet die Langenhagenerin, die nicht mehr arbeiten kann. Dafür sei viel Mut notwendig gewesen. Zudem stehe die Frage des eigenen Versagens im Raum. Einmal in der Woche ging sie zur Tafel, als diese vor der Corona-Pandemie noch Lebensmittel verteilte. Von ihrer kleinen Rente allein könne sie nicht leben. Ein neues Sofa wäre ohne finanzielle Unterstützung undenkbar, erzählt die Frau ruhig. Doch wegen ihrer Krankheiten brauche sie eine vernünftige Sitzgelegenheit.
Diesen Wunsch konnte sie sich inzwischen erfüllen: Die 65-Jährige freut sich über ein Sofa für ihre kleine Wohnung in der Stadt – dank des Geldes aus dem Hilfsfonds. Auf den habe sie eine Sachbearbeiterin der Verwaltung aufmerksam gemacht.
Damit auch weiterhin Langenhagener in Notlagen Unterstützung bekommen können, sucht die Stadt jedoch weitere Spender. Es gebe immer mehr Hilfsbedürftige, berichtet Doris Lange aus der Abteilung Soziales im Rathaus. Deshalb werde mehr Geld benötigt. Lange befürchtet, den Menschen Absagen erteilen zu müssen, weil das Geld nicht ausreicht. Im vergangenen Jahr flossen knapp 4.000 Euro von Firmen, Organisationen und Privatpersonen in den Fonds. Doch die Verantwortlichen genehmigten in 26 Fällen eine Unterstützung – insgesamt 5922,94 Euro wurden verteilt. Der Fonds lebte schon 2019 Langes Angaben zufolge aus Rücklagen aus den Vorjahren.
Material für die Schule, Einrichtungsgegenstände, Rückstände bei einer Krankenkasse, kaputte Elektrogeräte, Bekleidung oder die Begleichung einer Zahnarztrechnung – die Anträge auf finanzielle Unterstützung sind vielfältig. Der Hilfsfonds Langenhagener helfen Langenhagenern, der 1983 gegründet wurde, greift Bedürftigen aus der Stadt überall dort unter die Arme, wo kein Amt unterstützen kann oder die Notlagen durch keine Sozialleistungen abgedeckt sind, berichtet Lange. Dabei werde als Kriterium die Teilnahme am sozialen und gesellschaftlichen Leben berücksichtigt. Auch Geld für die Überbrückung im Notfall, bis ein Antrag genehmigt wurde, werde häufiger beantragt.
Bis 125 Euro pro Spende entscheidet die Abteilung über die Vergabe, bei höheren Einzelspenden tagt und entscheidet der namensgleiche Ausschuss. Zuvor müssen Bedürftige Geld beantragen – dies ist in Zeiten einer Kontaktsperre wie dieser Tage schriftlich oder am Telefon möglich. Eine Spende sei allerdings immer an ein Beratungsgespräch geknüpft, sagt Aykut Ilaslan, Koordinator im Fachgebiet allgemeine Sozialberatung. Dort machten die Rathausmitarbeiter auch auf weitere Hilfen aufmerksam. Wer Geld aus dem Hilfsfonds bekommt, muss einen Beleg über den Kauf des benötigten Gegenstandes einreichen – sonst wird er für eine nächste Spende gesperrt.
Menschen, die finanzielle Unterstützung benötigen, können sich trotz Corona-Pandemie weiterhin per E-Mail an aykut.ilaslan@langenhagen.de wenden.
Wer Geld an den Hilfsfonds Langenhagener helfen Langenhagenern spenden möchte, kann dies über eine Überweisung auf eines der Konten der Stadt tun – beispielsweise bei der Sparkasse Hannover unter der IBAN DE20 2505 0180 0002 0001 72. Als Verwendungszweck sollte dabei stets der Fonds angegeben werden. Im Foyer des Rathauses steht zudem eine Spendendose. Und der Spendenlöwe wartet auf eine Fütterung mit Geld für den Fonds. Als Dank brüllt er jedoch im Moment wieder nicht, wenn Menschen Münzen und Scheine einwerfen. Das Geld kommt zu 100 Prozent bei den Bedürftigen an, es werden keine Verwaltungskosten abgezogen.
„Jede kleinste Spende ist sinnvoll“, sagt Doris Lange aus der Abteilung Soziales im Rathaus. Sie wirbt um Unterstützung, damit auch künftig Langenhagenern, die unverschuldet in Notlage geraten sind, geholfen werden kann. Deshalb denkt die Verwaltung darüber nach, noch mehr Dosen im Stadtgebiet zu platzieren. Interessierte, die einen Platz für eine Spendendose haben und diese aufstellen wollen, können sich bei Lange unter Telefon (0511) 73 07-93 27 melden. Die Verwaltung stellt verplombte Dosen zur Verfügung und leert diese regelmäßig aus.