Stadtkrone oder aufrechtes Zeichen der Demokratie?

Kommt es wegen der Rats-Entscheidung für die Sanierung und den Anbau ans Rathaus zu einem Bürgerbegehren? (Foto: O. Krebs)

Rat votiert für Sanierung und Anbau des Rathauses/BBL plant Bürgerbegehren

Langenhagen (ok). Ist es "der Mittelpunkt der Stadt als aufrechtes Zeichen der Demokratie", wie es Stadtbaurat Carsten Hettwer, fast schon pathetisch formuliert oder einfach nur eine "Stadtkrone", die sich Bürgermeister Mirko Heuer nach Aussage seiner Kritiker aufsetzen will? In der jüngsten Ratssitzung entbrannte eine heftige Diskussion über Sinn und Zweck des Anbaus mit Sanierung an der Konrad-Adenauer-Straße. Gerade der Zeitpunkt stand zur Debatte, ist die Kommune doch auch durch die Corona-Krise und die noch nicht absehbaren Folgen gebeutelt. Letztlich entschieden sich die Ratsmitglieder mit elf Gegenstimmen für das Projekt. Linke und SPD stimmten dafür, genauso wie große Teile der CDU. Schon vor vier Jahren stand das Thema Rathaus auf der Tagesordnung, jetzt wird das Bauvorhaben mit 68 Millionen Euro um einiges teurer. Beispiel: Betrug der Teil der Sanierung damals sieben Millionen Euro, so liege er jetzt schon bei 30 Millionen Euro. Für Felicitas Weck (Linke) ist deshalb damals die falsche Entscheidung getroffen worden, ein Neubau wäre deutlich günstiger gewesen. Deshalb solle nicht wieder gewartet werden, sondern endlich der Fuß von der Bremse genommen werden. Jens Mommsen (BBL) will das Bremspedal aber wie auch Grüne/Unabhängige und die übrigen im Rat vertretenen Parteien noch fester durchtreten, die BBL will sogar ein Bürgerbegehren gegen die Entscheidung pro Anbau und sanierung des Rathauses auf den Weg bringen.. Anbau und Sanierung seien angesichts eines Investitionspaket von 600 Millionen Euro, das zu stemmen sei, der "totale Unsinn", Schulen und Kitas hätten auf jeden Fall Priorität. Dirk Musfeldt, Fraktionschef der Grünen, ist auf jeden Fall der Ansicht, dass "nicht alles, was lange währt, endlich gut wird."
Bürgermeister Mirko Heuer macht deutlich, dass das Rathaus nicht zum Selbstzweck, sondern für die Bürger gebaut werde. Das Projekt sei aus einem Guss, eine Sanierung des Rathauses über kurz oder lang, aus wirtschaftlichen Gesichtpunkten spätestens 2027,  sowieso notwendig. Der Bau sei auch deshalb notwendig, um jährlich Mietkosten von rund 1,4 Millionen Euro und auch Fahrten zu den Arbeitsplätzen einzusparen. Und Stadtbaurat Carsten Hettwer gehe es auch darum, keine Zwei-Klassen-Arbeitsplätze in Alt- und Anbau einzurichten und auf die Veränderungen in der Arbeitswelt mit übergreifenden Projekten einzugehen. Es müsse dynamisch und flexibel reagiert werden können, um an Themen gemeinsam arbeiten zu können. Die Erkenntnisse der Pandemie mit mehr Home-Office seien schon in die Ideen eingeflossen. Die Arbeitsplatzquote liege bei rund 80 Prozent, 50 Prozent seien so genannte Multi-Space-Büros, 50 Prozent einzelne Räume. Auch die technische Planung mit Servern und WLAN sei angepasst worden. Ein großer Fokus werde auf die Nutzbarkeit gelegt und natürlich auf die Energieeffizienz nach neuesten Erkenntnissen und Vorgaben des Rates der Stadt Langenhagen.