Starkes Engagement gezeigt

Im Namen des Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, zeichnete Ortsbrandmeiser Jens Koch (Zweiter von rechts) Feuerwehrmann Jack Grimsehl (Vierter von links) für 25 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr aus. (Foto: S. Dickhaeuser)

Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Schulenburg im neuen Feuerwehrhaus

Schulenburg (dkh). „Stell Dir vor, es brennt und keiner löscht“, lautet der Slogan der Kampagne der Niedersächsischen Feuerwehren. Und so können wir uns glücklich schätzen, dass es die Feuerwehr gibt, die immer dann zur Stelle ist, wenn es brennt. Doch nicht nur dann, sondern auch beim Retten, Bergen und Schützen. Auch die Feuerwehrkräfte der Ortsfeuerwehr Schulenburg, die seit August vergangenen Jahres von der neuen Feuerwehrwache am Stadtweg 15 aus zu Einsätzen ausrücken, zeigen Einsatzstärke. Das bilden auch die Jahresberichte 2019, die zur Jahreshauptversammlung im neuen Feuerwehrhaus von den einzelnen Abteilungen der Ortsfeuerwehr Schulenburg zu Gehör gebracht wurden, deutlich ab. Mit dabei waren die Ortsbürgermeister Dietmar Grundey (Schulenburg) sowie die Ortsbrandmeister Kai Jüttner (Krähenwinkel) und Robert Heidrich (Engelbostel) sowie Abschnittsbrandmeister Horst Holderith und die erste Stadträtin Monika Götzes-Karrasch. Den Einstieg machte Ortsbrandmeisters Jens Koch: „Nach wie vor sind wir mit 29 aktiven Mitgliedern, darunter fünf Frauen personell ausreichend aufgestellt. So haben wir noch ein kleines Polster zur Mindeststärke von 22 Feuerwehrleuten. Ein leichter Mitgliederschwund ist jedoch zu verzeichnen.“ Um das zu ändern, ermunterte Jens Koch seine Kameradinnen und Kameraden ein wenig die Werbetrommel zu rühren. „Bringt Euren Nachbarn die Wichtigkeit der Feuerwehrarbeit in Schulenburg nahe. „Es ist nicht die Berufsfeuerwehr die kommt wenn es brennt, oder der Keller vollläuft, sondern wir! Motivationsgründe gibt es, unter anderem mit unserem neu gebauten Feuerwehrhaus, schließlich genug“ sagte Jens Koch und nahm auch den Klimawandel ins Visir: „Wir hatten ein 'Mischmaschjahr'. Der Sommer war noch sehr trocken und der Grundwasserspiegel war, durch die Trockenheit der vergangenen Jahre, noch sehr tief. Der Herbst brachte uns dann wiederum nasse Füße und Dauerregen, der vom Boden nicht aufgenommen werden konnte, sodass die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr bewältigen konnte. Wir stellen uns auf jeden Fall den Herausforderungen der nächsten Jahre, weil wir gut ausgebildet sind und unser technisches Geräte top gepflegt. “ Im vergangenen Jahr hat die Ortsfeuerwehr Schulenburg 25 Einsätze gemeistert. Darunter zwölf Brandeinsätze, sechs Hilfeleistungen sowie sieben Fehlalarme von Brandmeldeanlagen, die jedoch auch ernst genommen werden müssen. Auch 2019 haben sich Feuerwehrkräfte der Ortsfeuerwehr Schulenburg auf Regions- und Landesebene bei jeweils mehrtägigen Lehrgängen weiterqualifiziert. Dies unter anderem beim Funklehrgang für digitale Funktechnik, beim Maschinistenlehrgang, einem Lehrgang für technische Hilfeleistung und einem ABC- Lehrgang. Bei Veranstaltungen wie dem Hannover Marathon, eine Fahrradrallye an Himmelfahrt, Maibaum in Engelbostel, einem Spätsommerfest in Schulenburg mit Kindertag und einer Weihnachtsfeier, bewiesen die Feuerwehrfrauen- und -männer Organisationsgeschick und sicherten den reibungslosen Ablauf. „Jetzt müssen wir noch die neuen Räume mit Leben füllen. Wir sind stolz auf unser neues Zuhause und werden ganz viel Herzblut dran setzen, damit die Räume Seele bekommen“ sagte Jens Koch. Stadträtin, Monika Gotzes-Karrasch hob in ihrer Ansprache die schwierige Bauphase des Neubaus hervor, in der die Feuerwehrkräfte so manche Geduldsprobe zu bestehen hatten und freute sich über die positive Entwicklung. „Hier prägt auch die gute Gemeinschaft, ihre Arbeit. Da kehrt die Seele von selbst ein“ befand die Stadträtin und setzte den Fokus auch auf die Jugend. „Nur mit guter Nachwuchsarbeit können die Reihen der Einsatzabteilung wieder gefüllt werden. Ohne Nachwuchs bleibt die Hilfe irgendwann aus und deshalb ist es wichtig, die jungen Menschen in die Entwicklung des Gemeinwesens und in die Arbeit der Feuerwehr einzubinden. Ich habe mich deshalb gefreut zu hören, dass in dieser recht kleinen Wehr acht Kinder in der Jugendfeuerwehr und 17 in der Kinderfeuerwehr gibt. Da können wir doch Hoffnung haben, dass die Zukunft der freiwilligen Feuerwehr hier gesichert ist. Ich wundere mich auch gar nicht, denn wenn man betrachtet, welche Programme da absolviert werden, handelt es sich genau genommen um ein bemerkenswertes Informations- und Unterhaltungsprogramm, von dem es in dieser aktiven und vielseitigen Form nur wenig Angebote für Kinder und Jugendliche gibt. Deshalb wäre es schön, wenn die Arbeit von den Einsatzkräften auch in diesem Bereich weiterhin geleistet werden kann, denn die Teilnahme bringt jedes Kind und jeden Jugendlichen persönlich sehr viel weiter“ sagt Monika Gotzes-Karrasch. Der Bericht der Jugendfeuerwehr machte es deutlich: ein Berufsfeuerwehrtag, die Teilnahme von Mitgliedern der Jugendfeuerwehren Schulenburg, Godshorn und Kaltenweide an einer Segelfreizeit, ein Spätsommerfest, Dienstabende im neuen Feuerwehrhaus, ein Kegelabend und Vorbereitungen auf Bundeswettbewerbe, Personensuche, Gerätekunde und Gefahren an Einsatzstellen, zählten 2019 zu den sinnvollen Aktivitäten. Ortsbrandmeister Jens Koch freut sich, wenn sich nicht nur die Jugend angesprochen fühlt: „Wir freuen uns über tatkräftige Unterstützung in der aktiven Feuerwehr. Männer und Frauen der unterschiedlichsten Alterstufen sind bei uns herzlich willkommen. Mit einem Frauenanteil von 12,6 Prozent liegt Niedersachsen übrigens über dem Bundesdurchschnitt von neun Prozent. Wenn Sie Interesse haben erreichen Sie uns per mail an info@ffw-schulenburg.de.“ Schulenburgs Ortsbürgermeister Dietmar Grundey sagte zur Jahreshauptversammlung: „Nach einer sehr schönen Einweihungsfeier haben die beiden Ortsfeuerwehren Engelbostel und Schulenburg das neue Feuerwehrhaus beziehen können. Gemeinsam haben wir am Stadtweg ein wirklich gelungenes Objekt geschaffen und wir sind alle sehr zufrieden. Es ist ein tolles Haus geworden.“ Die erste Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Schulenburg füllte die Räume bereits ein Stück weit mehr mit „Seele“ und fand ihren gelungenen Abschluss bei einem gemeinsamen Abendessen.