Straße wird zur Todesfalle für Kröten

Nur im Scheinwerferlicht zu erkennen: die Erdkröte. (Foto: K. Woidtke)

NABU bittet um Rücksicht und Unterstützung

Langenhagen. Die NABU-Ortsgruppe hat sich mit der Anlage und Pflege von Kleingewässern dem Amphibienschutz verschrieben und kann sich über das Vorkommen seltener Arten wie das des Laubfrosches freuen, der in Kananohe sein Reich hat. Doch die Pflege der Kleingewässer allein reicht nicht aus, um die Populationen von Erdkröte, Laubfrosch und weiteren zu erhalten. Jedes Jahr im Frühjahr, wenn die Temperaturen über acht Grad Celsius steigen, machen sich die Amphibien auf den Weg von ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Besonders bei Regen sind die Frösche, Kröten und Molche verstärkt unterwegs. Dabei müssen sie auch Straßen überqueren und dies wird leider oft zu einer Todesfalle. Zum Schutz der Tiere ist der NABU auf die Rücksicht der Autofahrer und auf die Unterstützung von Helfern angewiesen.
Abenteuerliche Begegnungen im Dunkeln mit liebestollen Kröten und anderen Amphibien, sowie viel frische Luft warten auf die Helfer, die mit Taschenlampe, Warnweste, Eimer und Einmalhandschuhen ausgestattet, bei der Amphibienwanderung dabei sind. Wer einmal stolz aufgerichtete Krötenmännchen und ihr werbendes Rufen am Abend live erlebt hat, kann sich der Faszination dieser Tiere sicher nicht mehr entziehen. Und wann hat man schon einmal die Gelegenheit, Amor zu spielen? Denn oft sind die Männchen, die sich gerne von den Weibchen zum Laichplatz Huckepack tragen lassen, noch auf der Suche nach ihrer Angebeteten.
In Langenhagen gibt es in Kananohe, Krähenwinkel, im Weiherfeld und an der Pferderennbahn die Möglichkeit, hautnah dabei zu sein. Im Bereich Evershorst wurde auch in diesem Frühjahr wieder ein Amphibienschutzzaun aufgestellt. Entlang des Zaunes müssen während der Wanderzeit jeden Morgen bis 8.30 Uhr und, wenn optimales Wanderwetter herrscht, auch jeden Abend gegen 23 Uhr die eingegrabenen Eimer kontrolliert werden. Sollten sich in den Eimern Tiere befinden, werden sie auf die jeweils gegenüberliegende Straßenseite gebracht und dort hinter den Zaun gesetzt. Helfer, die den NABU Langenhagen bei der Betreuung des Schutzzaunes während der Amphibienwanderung unterstützen wollen, nehmen bitte Kontakt mit Ricky Stankewitz auf, E-Mail ricky.stankewitz@nabu-langenhagen.de oder Telefon (0511) 27 08 20 19, der gerne weitere Informationen geben wird.
Unter Pkw entsteht ab einer Geschwindigkeit von über 30 ein Unterdruck, der zum Tod der unter dem Wagen befindlichen Tiere führt. Die Amphibien müssen also nicht unbedingt unmittelbar mit dem Reifen überfahren werden, um großen Schaden anzurichten. Umso wichtiger ist es, sich in den Wanderzonen an die angegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten. Danken werden es auch die Helfer, die im Dunkeln die Tiere über die Straße tragen und ungern in den nächsten Graben hüpfen, um sich vor rasenden Autofahrern in Sicherheit zu bringen.