Strukturwandel hinterlässt Spuren

Die Stadtplaner Martin Karsten und Christine Söhlke präsentieren zusammen mit Geschäftsleuten der Kernstadt-Nord die Broschüre zur neuen „Alten Mitte“, nicht nur als Einkaufsstandort. (Foto: D. Lange)

Langenhagens „Alte Mitte“ soll wiederbelebt werden

Langenhagen (dl). Die Kernstadt Nord, die traditionsreiche Alte Mitte, war einst, wie der Name schon sagt, Langenhagens Dorfmittelpunkt mit der Bahnhofsstraße, dem nördlichen Teil der Walsroder Straße zwischen den heutigen Elisabeth-Arkaden und Pferdemarkt sowie dort der Bereich mit dem Gewerbepark Dr. Ungruh..Der wirtschaftliche Strukturwandel hat in den letzten 30 Jahren allerdings deutliche Spuren hinterlassen, mit dem Resultat, dass das Quartier mittlerweile unübersehbar in die Jahre gekommen ist. Ein sich wandelndes Käuferverhalten und neue Vertriebsformen taten ihr Übriges, sodass in dessen Folge viele inhabergeführten Fachgeschäfte aufgegeben haben. Heute gibt es keine Bekleidungsfachgeschäfte mehr und auch Schuhe, Wäsche oder Haushaltswaren sucht man vergebens. Verbrauchermärkte und Discounter, aber auch Spielhallen haben sie abgelöst, neue Dienstleister sind hinzu gekommen. Über eine ehemals seriöse Einkaufsstraße ist die Zeit hinweggegangen und hat sie an den Rand gedrängt. Jetzt hat eine AG Perspektive gemeinsam mit der Stadt und den Gewerbetreibenden und Eigentümern in der „Alten Mitte“ damit begonnen, Standortperspektiven für eine Aufwertung des Quartiers zu entwickeln. Die Strategien und Maßnahmenvorschläge der Arbeitsgruppe sehen gestalterische Maßnahmen entlang der Walsroder Straße vor, die Unterstützung von Existenzgründungen, Stärkung von Einzel- und Fachhandel, Dienstleistungen und Handwerk und nicht zuletzt eine Erhöhung der Lebensqualität der Bewohner im Viertel. Ein erster Schritt auf diesem Weg liegt nun vor. Mit Fördermitteln von Bund und Ländern aus dem Programm der Städtebauförderung „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ sowie von der Stadt Langenhagen entstand in einer Erstauflage von 2000 Stück eine Broschüre, mit der sich 45 der rund 150 dazu angesprochenen, in aller Regel inhabergeführten Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe rund um die Walsroder Straße, präsentieren. Vorgestellt wurde die Broschüre, die auch in die Haushalte verteilt werden soll, von Stadtplanerin Christine Söhlke und Martin Karsten vom Geschäftsstraßenmanagement Kernstadt-Nord im Rahmen eines Pressegesprächs. Beide, Söhlke und Karsten, legen Wert auf die Feststellung, dass Druck und Layout im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens an ortsansässige Betriebe vergeben werden konnten..Mit am Tisch saßen bei dem Pressegespräch Angela Redeker vom Fußbodenstudio Saeger, Kristina Mair, Inhaberin der „Schönmeisterei“ auf der Walsroder Straße zusammen mit Marketingexpertin Claudia Wolters sowie Arkadius Jodlowiec, Betreiber des Rewe-Markts in den Elisabeth-Arkaden. Am Tisch ist man sich schnell einig, dass eine Kooperation mit der Stadt und den ortsansässigen Gewerbetreibenden, auch untereinander, ein wichtiger Baustein sei auf dem Weg zu einer Aufwertung und Wiederbelebung der „Alten Mitte“. Weitere Gespräche zum Thema wird es in naher Zukunft ebenso geben wie zu gemeinsamen Aktionen in der kommenden Vorweihnachtszeit.