Tiefes Wasser ist nicht naturnah?

Der Flughafenteich ist auch als NJK-Teich bekannt. Die ehemalige Tongrube ist drei Hektar groß und etwa vier Meter tief. (Foto: privat)

Flughafenteich soll verfüllt werden

Langenhagen (gg). Bereits auf dem Weg ist eine Baumaßnahme auf dem Flughafengelände. Der Flughafenteich soll verfüllt werden. Die Region Hannover bestätigt auf Anfrage des ECHO's, dass der entsprechende Antrag bearbeitet worden ist. „Die Region hat Anfang April einen vorzeitigen Beginn der Maßnahme zugelassen, um die Baustelle einzurichten und das Teichwasser abzulassen“, erklärt Daniel Steffens, Dezernat III der Region Hannover. Zwar steht der Beschluss zum laufenden wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahren aus, der die Baumaßnahme endgültig genehmigt, doch er schätzt eine Bewilligung als wahrscheinlich ein: „Die so genannte naturschutzrechtliche Eingriffssituation ist umfangreich geprüft worden und es gibt keine Bedenken“, sagt er. Es sei nachgewiesen, dass sich beispielsweise der Artenschutz positiv fortsetzen lässt. „Der Teich wurde als naturfernes Gewässer eingestuft. Nach dem Zuschütten sollen kleinere flache und naturnahe Gewässer erhalten bleiben. Die Gefahr für den Flugverkehr durch zu viele und zu große Wasservögel soll gemindert werden“, so seine Auskunft.
Eine Zerstörung eines wertvollen Biotops mit besonderer Motivation befürchtet Landwirt Heinrich Nädler aus Osterwald: „Seit mehr als hundert Jahren gibt es diesen Teich, den Flughafen seit 60 Jahren. In den vergangenen 32 Jahren war das Vogelschlagrisiko nie ein Problem, auch nicht als die Zahl der Flugbewegungen anstieg.“ Mit der Verfüllung des Teichs wird nach seinen Angaben der Lebensraum von 80 teilweise seltenen Vogelarten zerstört, wertvoller alter Baumbestand abgeholzt, das sei unverantwortlich. Er unterstellt, dass sich die Flughafen GmbH mit der Teichverfüllung eine billige Entsorgung des Bodenaushubs ermöglicht, der bei Baumaßnahmen angefallen ist. Daniel Steffens erklärt zum Verfahren: „Es sind Auflagen im Planfeststellungsbeschluss formuliert, es wird eine behördliche Überwachung beim Verfüllen geben.“ Verärgert äußert sich Michael Hesse, Prokurist und Bereichsleiter Immobilien der Flughafen GmbH, zu den Vorwürfen: „Falsche Beschuldigungen werden nicht richtiger, nur weil Herr Nädler sie wiederholt. Es gibt eine entsprechende Risikobewertung des Vogelschlagbeauftragten für den Flugverkehr. In Zusammenarbeit mit den Naturschutzgruppen und auf Nachweis aller Vorgaben der Region wird das Teichwasser bereits abgelassen.“
Eine Erklärung, warum der etwa vier Meter tiefe alte Flughafenteich nun als nicht naturnah und so zu sagen als nicht schützenswert eingestuft worden ist, ergänzt Ricky Stankewitz, Vorsitzender des NABU-Langenhagen: „Es ist ein Angelteich, Fische sind dort eingesetzt worden, das ist keine naturnahe Entwicklung. Mit dem Verfüllen und dem Entstehen von kleinen flachen Gewässern wird das gegeben sein. Das mit der Baumaßnahme notwendige Fällen von Bäumen wird sich in Grenzen halten. Es ist ein Zufahrtsbereich betroffen, mehr nicht.“