Trauer um Ernst Kühn

Engagierter Krähenwinkler starb im Alter von 81 Jahren

Krähenwinkel (kr). Krähenwinkel trauert um einen seiner engagiertesten Mitbürger: Am 28. April verstarb Ernst Kühn im Alter von 81 Jahren. Der gebürtige Schlesier war nach der Vertreibung aus seiner Heimat über Umwege 1962 in Krähenwinkel gelandet und hat sich sehr schnell in unterschiedlichen Gremien, Vereinen und Verbänden ehrenamtlich äußerst aktiv eingebracht. Trotz des Verlustes seines rechten Arms am Ende des Krieges überraschte der junge Kühn am Ende seiner Tischlerlehre 1951 die Prüfer mit einem perfekten Gesellenstück. Später arbeitete er viele Jahre als selbstständiger Innenarchitekt mit Schwerpunkt Ladenbau. Bereits 1947 war Kühn dem Sozialverband Deutschland beigetreten. In seiner neuen Heimat war er in der Ortsgruppe Krähenwinkel-Kaltenweide 10 Jahre aktiv. 1970 wurde Kühn in den Kirchenvorstand der Matthias-Claudius-Kirche gewählt, wo er auch als Vorsitzender wirkte. Von 1969 bis 1971 übernahm Kühn den Vorsitz im Elternrat der örtlichen Grundschule. Ab 1972 übte Ernst Kühn 30 Jahre lang mit beträchtlichem Erfolg das Amt des Schiedsmanns aus. Sehr schnell engagierte er sich in der Kommunalpolitik und trat dem neu gegründeten CDU-Ortsverband bei. Hier setzte er Schwerpunkte als stellvertretender, dann als 1. Vorsitzender. Ab 1974 gehörte Ernst Kühn 25 Jahre dem Ortsrat an. Mit seinem Rücktritt im Jahr 1999 ermöglichte er das Nachrücken von Klaus-Konrad Behrens und dessen Ernennung zum Ortsbürgermeister. Parallel gehörte er von 1981 bis 1996 dem Rat der Stadt Langenhagen an, vier Jahre als Beigeordneter. Auch die sportliche Szene ließ ihn nicht los. Von 1979 bis 1993 führte er den TSV KK als Vorsitzender und gehörte anschließend dem Verein als Ehrenvorsitzender und Vorsitzender des Ehrenrates an. Mitglied war der rührige Krähenwinkeler daneben im DRK, in der DLRG, in der Freiwilligen Feuerwehr und 25 Jahre im Schützenverein. Eine keineswegs ruhige Kugel schob er im Kegelverein "Schieb´se schön".
Als Mitbegründer der Partnerschaft zwischen Krähenwinkel und Stadl-Paura in Oberösterreich erwarb er sich sehr viel Respekt und Anerkennung. 2003 wählte ihn der Partnerschaftskreis zum ehrenamtlichen Geschäftsführer. Das immer wieder spannende Maibaumaufstellen, verschiedene fröhliche Musikfeste und gegenseitige Besuche von Schulklassen, Vereinen und Verbänden wurden von ihm maßgeblich initiiert. Auf seine Initiative geht die jährliche Friedenslicht-Übergabe aus Bethlehem zurück. "In Anerkennung und Würdigung um die Pflege der Partnerschaft" verlieh ihm der Rat von Stadl-Paura im Dezember 2010 die Kulturplakette. Die Verleihung nahmen Bürgermeister Alfred Meisinger und Gemeindevorstand Walter Bayer vor. Weitere Auszeichnungen konnte Ernst Kühn von seiner Gemeinde, der Stadt Langenhagen und der Region Hannover entgegennehmen. Mit seinem sozialen Verständnis, seinem aktiven Einsatz im politischen, kirchlichen, kulturellen und sportlichen Bereich setzte er ein halbes Jahrhundert lang in seinem Heimatort Krähenwinkel unzählige Akzente.