Trockener Teich bringt Bürger in Rage

Nach dem Elektrofischen trieben zahlreiche tote Fische auf dem fast ausgetrockneten Stadtpark-Teich. (Foto: W. Knabe)

Unklarer Baumschutz nach Grundwasserabsenkung

Langenhagen (gg). Welche Bedeutung das grüne Herzstück in Langenhagen, der Stadtpark, für die Anlieger hat, wurde in den vergangenen Tagen und Wochen eindrucksvoll deutlich. Der sinkende Wasserstand der Teiche wurde unter Passanten zum all gegenwärtigen Ärgernis. BBL-Ratsherr Werner Knabe berichtet: „Ich bin nahezu täglich dort. Etliche Bürger bleiben stehen und schimpfen auf die Stadtverwaltung. Sie fühlen sich veralbert und hingehalten. Viele kochen vor Wut!“ Hintergrund sind zahlreiche Aufforderungen, die seitens der Anlieger an die Stadtverwaltung gerichtet wurden und die vermeintlich nicht bearbeitet wurden. Gefordert wurde, Maßnahmen gegen das Trockenfallen durchzuführen und rechtzeitig für das Überleben der Fische zu sorgen. Genau damit beschäftigt sich die Stadtverwaltung aber seit Wochen, Bürgermeister Mirko Heuer machte das Thema gar zur Chefsache. Stetig wurde Ursachenforschung betrieben, der Ist-Zustand überprüft und Maßnahmen geplant. Die Durchführung stieß indes an Grenzen. Eine Zuleitung von Wasser sollte beauftragt werden, wurde aber aufgrund der hohen Kosten von rund 20.000 Euro und zweifelhaften Erfolgsaussichten nach Rücksprache mit Ratsmitgliedern wieder abbestellt. Die Fische sollten bereits vor knapp drei Wochen eingefangen und umgesetzt werden, doch der Schlamm im Uferbereich ließ die Versuche scheitern. Das weitere Abfallen des Wasserstands wurde abgewartet, um effektiv mit dem Kescher arbeiten zu können. Später stellte sich heraus, dass auch in der Restpfütze der Kescher im Schlamm stecken bleibt und kleine Fische nicht fangbar waren. Am vergangenen Wochenende spitzte sich die Situation dramatisch zu, ein verendeter Fisch wurde gefunden. Engagierte Bürger stiegen am Montag selbst in das Restwasser, um Fische zu fangen und umzusetzen. Am Dienstag wurde das Wasser im Auftrag der Stadtverwaltung unter Strom gesetzt. „Mitglieder des Fischereivereins wendeten die Technik des Elektrofischens an, bei der die Fische mit 600 Volt betäubt werden, um sie mit einem Kescher von der Oberfläche abfischen zu können“, erklärt Stadtsprecherin Juliane Stahl. Gut eintausend Weißfische und acht Hechte seien auf diese Weise gefangen und in den Wietzesee umgesetzt worden. Werner Knabe meldete am Donnerstag, dass zahlreiche tote Fische an der Oberfläche treiben. Ob sie an den Folgen des Stroms oder an Sauerstoffmangel verendet sind, ist offen. Zahlreiche Teichmuscheln sind im Verlauf der vergangenen Wochen abgestorben, NVL-Mitglied Karlheinz Teufert hat einige wenige in ein Aquarium im Wasserturm an der Stadtparkallee umgesetzt.
Stadtbaurat Carsten Hettwer wünscht sich für die kommenden Monate eine konstruktive Diskussion in Bezug auf die Umgestaltung der trockenen Teichsenke. Maßnahmen soll der Parkbeirat vorschlagen. Dazu beraten kann der Umweltausschuss frühesten im nächsten Spätherbst. Nach Expertenmeinung logisch ist nun als Nächstes ein Absterben der Bäume im Stadtpark, zumindest seien erhebliche Trockenschäden zu erwarten. Inwieweit dagegen Maßnahmen ergriffen werden, ist derzeit völlig offen.