„Tropfen auf den heißen Stein“

IGS: Schüler, Eltern und Lehrer fordern schnell zweiten Bauabschnitt

Langenhagen (ok). Zugegeben – die Bewilligung des ersten Bauabschnitts für den Anbau an das Schulzentrum war schon „ein Schluck aus der Pulle“, über den IGS-Schulleiter Wolfgang Kuschel sehr froh ist. Somit seien zumindest die Probleme in Sachen Bläserklassen und Mensa gelöst. Aber: Das Ganze sei nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“, so die beiden Elternvertreterinnen Susanne Wöbbekind und Bettina Mügge. Wolfgang Kuschel ergänzt: „Im Moment lautet die Beschlusslage ‘erster Bauabschnitt, und dann sehen wir mal weiter...’“ Im Klartext: Wenn der erste Bauabschnitt über die Bühne gegangen ist, seien lediglich vier allgemeine Unterrichtsräume gewonnen worden, die Zustände nach wie vor unhaltbar, gerade für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe. „Nur der Jahrgang 11 hat ein Zuhause“, gibt die Leiterin der Sekundarstufe II, Regine Klinke, einen Einblick in die alltäglichen Zustände an der Gesamtschule. Das Motto „mal hier, mal dort, mal am nächsten Ort“, das für die Wanderklassen in den Jahrgängen 12 und 13 gelte, werde dem unterrichtlichen Anspruch nicht gerecht. Das Gebäude gebe zurzeit nicht die Rahmenbedingungen für gutes Arbeiten her. Die Schülerinnen Nadine Graser und Inga Dreßler plauderten noch ein bisschen aus dem Nähkästchen: „Wir können unsere Taschen nicht in den Fächern stehen lassen, weil nach uns die Kleinen in die Räume kommen. Oft sind hinterher auch die Tische verstellt. Eine richtige Pause ist durch die Umzüge kaum mehr möglich.“ Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit könne so nicht entstehen, die unteren Jährgänge bekämen diese Unpersönlichkeit schon mit, wenn die Oberstufenschülerinnen und -schüler mit Sack und Pack in der Schule unterwegs seien.
Für Elternvertreterin Susanne Wöbbekind steht die Stadt Langenhagen in der Pflicht, die beliebte Schule – die Zahlen gehen von einer Sechszügigkeit zumindest bis zum Jahre 2025 aus – zu unterstützen und den maroden B-Trakt möglichst schnell abzureißen. Hier könnten im Schulzentrum acht Unterrichtsräume fürs Gymnasium und acht für die IGS entstehen. Wöbbekind übt leichten Druck auf Politik und Verwaltung aus, weist auf die Kommunalwahlen im Herbst hin, bei der schon 16-Jährige an die Urne dürfen: „In Langenhagen gibt es etwa 2.000 Erstwählerinnen und Erstwähler, viele davon sind an Gymnasium und IGS.“ Ob sich die Politikerinnen und Politiker der Fraktionen von diesem Argument in Sachen Tempo beeindrucken lassen, sei einmal dahingestellt.