Trotzdem verbunden und ganz nah

Die Musiker erregten in bunten Aufzügen ihre Aufmerksamkeit. (Foto: J. Gonell)

„Groovy“ Wiesenau: Brazzo Brazzone zu Gast bei win

Langenhagen. „Wie schön - Ihr seid wieder da!“ wurde das Team des Quartierstreff Wiesenau von den Nachbarn begrüßt. Seit einigen Wochen bringt der Verein win. Mittwochs nachmittags Abwechslung in Form von Musik oder Clownerie auf die Straße und zu den Bewohnern. Jetzt waren zwei Musiker der sonst sechsköpfigen Brass-Band „Brazzo Brazzone“ zu Gast. Mit Trompete, Gitarre und Megaphon begeisterten sie die Menschen. Als „Brazzo piccoli“spielten Daniel Zeinoun (Trompete, Gesang) und Ulli Kiehm (Gitarre, Gesang) aus ihrem Repertoire, das Elemente aus Jazz, Rock, Funk und Latin, sowie viele ialienische Hits umfasst.
In ihren bunten Anzügen erregten die Musiker bereits auf dem Weg zu den verschiedenen Auftrittsorten in Wiesenau die Aufmerksamkeit der Passanten. Als dann in den Innenhöfen oder auf den Gehwegen die ersten Töne erklangen, wurden schnell Gardinen beiseitegezogen, Fenster geöffnet und auch auf den Balkonen erschienen neugierige Menschen. Nach kurzer Zeit hatte der „Groove“ die Zuhörer im Griff: Es wurde geklatscht, mit den Fingern geschnipst, geschunkelt und sogar getanzt.
Für die Wiesenauer ist es auch ein Wiedersehen mit den Mitarbeiterinnen des Quartierstreff.
„Es ist so schön, den vertrauten Menschen zu begegnen, da wird einem ganz warm ums Herz“, sagt win-Mitarbeiterin Petra Voigt.
Damit die Abstandsregeln zwischen den Zuschauern, Musikern und ehrenamtlichen Unterstützern auf der Straße eingehalten werden, trägt jede der Mitarbeiterinnen einen Zollstock mit sich:“Es ist mir immer gar nicht bewusst, wie groß der Abstand von mindestens 1,50 Meter ist. Bei soviel guter Laune kann man das schon mal vergessen“, weiß Voigt.
„Aber mit den Zollstöcken kann man sogar auf Abstand tanzen", ergänzt Anna-Marie Eichhorn, „dann fühlt man sich trotzdem verbunden und ganz nah, obwohl die Distanz eingehalten wird!“
Der Verein win will auch weiterhin mittwochs in 14-tägigem Rhythmus Kleinkunst und Straßentheater in Wiesenau anbieten.
„Wir suchen Menschen, die anderen Menschen durch ihre musischen, artistischen, clownesken oder dichterischen Fähigkeiten eine Freude machen möchten,“ bewirbt Quartiersmanagerin Anette Körner das Projekt. „In Langenhagen gibt es bestimmt viele Talente, die sich gerne im Quartierstreff Wiesenau melden können. Die Idee ist, dass verschiedenste kulturelle Angebote von Nachbarn für Nachbarn zwischen den Häusern oder auf den Innenhöfen laufen.“