Überall läuft es anders

Auf den Langenhagener Friedhöfen wie hier an der Karl-Kellner-Straße gelten wegen der Corona-Krise strengere Vorschriften. (Foto: O. Krebs)

Bestatter müssen mit unterschiedlichen Auflagen und Veränderungen kämpfen

Langenhagen (ok). Deutschland zeigt sich in Corona-Zeiten auch als Flickenteppich, was die Bestimmungen für Bestattungen angeht. Fast täglich ändert sich etwas; es gelten unterschiedliche Regeln an unterschiedlichen Standorten und bei verschiedenen Trägern. Beispiel: In Langenhagen dürfen auch Trauerfeiern in Kapellen stattfinden, maximal zehn Personen, zu denen auch Sprecher oder Pastor sowie das Personal des Bestattungsinsttitutes zählen. Anders in der Landeshauptstadt Hannover. Hier finden Trauerfeiern nur im Freien statt, und auch hier sind zehn Gäste zulässig. Aber: Sprecher, Pastor oder Bestatttungspersonal kommen noch obendrauf. „Fast jeden Tag gibt es Änderungen“, sagt Beate Pinkernell vom Langenhagener "Bestattungshaus Naethe". Auch in Sachen Formalitäten seien die Vorschriften verschärft worden; es müssen Anwesenheitslisten mit den Namen der Angehörigen, Zeit, Ort und Pastor geführt werden. Beate Pinkernell: „Wir sind auf einer Trauerfeier der Veranstalter und könnten auch in Regress genommen werden, wenn die gesetzlichen Vorschriften nicht eingehalten werden.“ Dringende Vorsorgegespräche finden in ihrem Hause übrigens im Moment nur telefonisch statt; Trauerfeiern im Institut gar nicht. Sie stört auch gewaltig, dass der Bestatter noch nicht als systemrelevanter Beruf anerkannt worden ist, gerade, wenn es darum geht, dass beispielsweise ausreichend Desinfektionsmittel vorhanden ist.
Für Norbert Naethe von "Norbert Naethe Bestattungen" geht es auch darum, dass sich die Mitarbeiter selbst mit Handschuhen und Kittel schützen. Die Infektionsvorschriften habe es schon vor Covid 19 gegeben. Kevin Winter von "Dralle Bestattungen" versucht auch, sich, so gut es geht, zu schützen, hält zum Beispiel beim Trauergespräch den nötigen Abstand. Trotz der widrigen Umstände sorgen seine Mitarbeiter und er für einen schönen Rahmen der Trauerfeier. „Wir tun das, was wir machen können.“