Überall war er zur Stelle

Seine Frau muss ihn fast von der Zeitung "loseisen": Fritz Lück aus dem Süntelweg nimmt immer noch rege am Zeitgeschehen teil.Foto: O. Krebs

Fritz Lück feierte jetzt seinen 101. Geburtstag

Langenhagen (ok). "Ein Buch durchzulesen, dafür war er viel zu ungeduldig, aber die Zeitung, die liest er von A bis Z", sagt Mathilde Lück lächelnd und schaut zu ihrem Fritz. Und das ganz ohne Brille, dabei ist Fritz Lück am Freitag 101 geworden. Geistig ist der Senior noch fit, nur das Hören bereitet ihm Probleme, gern schnackt er auch mal mit Nachbarn wie zum Beispiel Gerd Kanzler. "Bis 1995 ist er sogar noch Auto gefahren", erinnert sich seine Schwiegertochter und erfreut sich dabei an den Rosen im Garten, die Fritz Lück selbst gepflanzt hat. Das Geburtstagskind, das im August mit seiner Mathilde das Fest der eisernen Hochzeit feiert, wohnt seit 1952 in Langenhagen im Reihenhaus am Süntelweg und hat auch bei seiner Arbeit Kontinuität bewiesen. Bis zu seiner Pensionierung war der gelernte Kfz-Handwerker als Maschinenmeister in einer Langenhagener Baufirma beschäftigt. Und das Handwerk war auch so großes Hobby. "Überall, wo es etwas im Haus zu puzzeln gab, war mein Mann zur Stelle", erinnert sich Mathilde Lück noch gut. Als sein Sohn Ralph ein Eigenheim in Garbsen bezog, wollte er auch helfen, wo er nur konnte, war nach Aussage seiner Frau fast beleidigt, wenn sein Sohn einen anderen Handwerker zu Rate zog. Nach Hannover gekommen ist Lück "auf dem Bauch liegend in einem Güterwaggon", in den letzten Kriegstagen hat er auch seine Frau Mathilde kennen gelernt. Arbeitete er zunächst bei der Autounion in seinem eigentlichen Beruf, waren ihm bald 1,10 Mark Stundenlohn zu wenig. Fritz Lück – er war im Zweiten Weltkrieg aus Westpreußen nach Nordfriesland geflüchtet – orientierte sich um, fing zu besseren Konditionen auf dem Bau. Wo er auch ja bekanntlich bis zum Renteneintritt blieb, den egal ob Job, Haus oder Ehe – sein Leben ist von Beständigkeit geprägt.