Unbelehrbar

Zum Dauerthema "Schwimmbad" erreichte uns folgender Leserbrief:
"Wie der ECHO-Leserbrief von J. Nitsche vom 7. April zeigt, gibt es anscheinend immer noch Leute, denen es schwerfällt, demokratisch legitimierte und ordnungsgemäß durchgeführte Wahlverfahren und deren Ergebnisse zu akzeptieren. Der ständige Verweis auf die geringe Wahlbeteiligung ist doch völlig müßig, denn wer will denn schon ernsthaft behaupten, dass im umgekehrten Fall bei einer Wahlbeteiligung von 70 oder gar 90 Prozent die Entscheidung anders ausgefallen wäre. Eine derartige Annahme ist pures Wunschdenken.
In der Politik muss ja auch jedes Wahlergebnis unabhängig von der Wählerbeteiligung hingenommen werden, auch wenn es noch so unbegründet und unverständlich erscheint.
Im Übrigen sollte noch berücksichtigt werden, dass die Abstimmung nicht etwa von der befürwortenden Schwarz-Gelb-Opposition, sondern von der in der Sache konträr eingestellten amtierenden Rot-Grün-Koalisation initiiert wurde (und das auch erst nach unglaublichen, mehr als siebenjährigen Auseinandersetzungen, die dem Image unserer Stadt nur geschadet haben).
In diesem Zusammenhang erinnere man sich an Stuttgart 21. Dort hatte die Opposition nach massiven Protesten bei der Landtagswahl zwar den gewollten Regierungswechsel geschafft, sich dann aber der Wählermehrheit pro Bahnhofsneubau beugen müssen. Dabei hat sich der grüne Ministerpräsident Kretschmann als mustergültiger Demokrat erwiesen, indem er als einer der ursprünglich schärfsten Gegner das Volksvotum anstandslos respektierte. Das ist Demokratie im besten Sinne, und daran sollten sich die hiesigen Protestler ein Beispiel nehmen.
Ich selbst bin auch kein vorbehaltloser Befürworter eines Badneubaus, aber im Gegensatz zu den offenbar unbelehrbaren Nörglern bereit und in der Lage, die Wahlentscheidung so hinzunehmen, wie sie nun mal gefallen ist, und mich ihr entsprechend unterzuordnen."

Johann K. Schweitzer, Langenhagen