Und jetzt geht´s zur WM nach Kanada

Bärbel Stielow präsentiert ihre Trophäen aus Südafrika in der SCL-Geschäftsstelle, wo sie seit über zwei Jahrzehnten arbeitet. Foto: K. Raap
 
Bärbel Stielow war auf der Radrennstrecke schnell unterwegs.

Toller Triathlon-Wettbewerb von Bärbel Stielow in Südafrika

Langenhagen (kr). Einen außergewöhnlichen Erfolg verbuchte Bärbel Stielow vom Sport-Club Langenhagen bei einem wichtigen 70,3-Triathlon-Wettbewerb im südafrikanischen East London. Die Zahl steht für die Gesamtdistanz von 113 Kilometern, das sind 70,3 Meilen. In der Altersklasse 60-64 belegte die Langenhagenerin einen hervorragenden zweiten Platz und ließ dabei in der Gesamtwertung auch rund 150 jüngere Teilnehmerinnen hinter sich. Schon das Schwimmen zum Auftakt des kräftezehrenden Dreikampfs hatte es in sich. „Da hatten wir es nicht mit einem ruhigen See zu tun“, so erinnert sich Bärbel Stielow, „ sondern mit dem Indischen Ozean, wo wir die Ausläufer der starken Brandung durchaus zu spüren bekamen.“ Die 1,9 Kilometer lange Strecke bewältigte die Langenhagenerin in 47:20 Minuten und schob sich damit auf Platz zwei ihrer Klasse. Auch nach dem 90-Kilometer-Kampf mit dem Fahrrad behauptete sie diese Position mit einer Zeit von 3:52:56 Stunden. „Diese Strecke war gegenüber vielen anderen Wettbewerben, die ich früher schon bestritten hatte, wirklich hart, betonte Bärbel Stielow in einem Gespräch mit dem Langenhagener Echo, „immerhin hatten wir es mit 1400 Höhenmetern zu tun.“ Richtig dramatisch wurde es dann beim mit 250 Höhenmeter belasteten abschließenden 21,1-Kilometer-Lauf, als die Drittplatzierte immer näher kam. „Dass ich es dann doch noch schaffte, meinen zweiten Platz mit 14 Sekunden vor meiner Verfolgerin ins Ziel zu retten, hatte ich vor allem meinem Trainer und Betreuer Peter Sauerland zu verdanken “, so die SCL-Triathletin, „er schrie mich förmlich ins Ziel und das mit einem nicht immer druckreifen aber sehr effektivem Vokabular.“ Die Gesamtzeit aus den drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen belief sich auf 7:24,09 Stunden. Darin enthalten waren auch zwei Wechselzeiten. Knapp sieben Minuten benötigte Bärbel Stielow, um nach dem Schwimmen vom Strand zu den einzelnen Kleiderbeuteln zu laufen, den richtigen zu schnappen und sich dann in einem Zelt den Neoprenanzug abzustreifen und die Radrennschuhe anzuziehen. Anschließend schulterte sie ihr Fahrrad, trug es durch die Wechselzone, um die zweite Disziplin zu starten. Ähnlich aufwändig und ebenso gut verlief dann auch der zweite Wechsel vom Radfahren zum Laufen. Hier festigte die Langenhagenerin mit 4 Minuten und 50 Sekunden ihren zweiten Platz. Nach ihrer Teilnahme an der Triathlon-WM in Florida im Jahr 2010, qualifizierte sie sich jetzt für die Weltmeisterschaft im kanadischen Mont-Tremblant. Und so bergig wie der Name klingt, präsentiert sich dort auch die Radstrecke. Vorbereitet für die Entscheidung in East London hatte sich Bärbel Stielow vor dem Wettkampf zwei Wochen lang mit einer Trainingsgruppe unter Peter Sauerland in der wunderschönen 50 Kilometer östlich von Kapstadt am Atlantik gelegenen Wein- und Universitätsstadt Stellenbosch. Betreut wird sie von Sauerland per Mail und Telefon auch in Langenhagen. Das wöchentliche „Normalprogramm“ umfasst 10 Kilometer Technik und Tempo im Schwimmbad, 250 Kilometer auf dem Fahrrad und 40 Kilometer Laufen quer durch Langenhagen, wobei der Müllberg regelmäßig mit einbezogen wird. Dieses Pensum könnte sich noch erhöhen, denn Bärbel Stielow will sich mit der Qualifikation zur Teilnahme am „Ironman“ auf Hawaii noch einen Traum erfüllen. Dieser Wettbewerb, den sie bereits einmal absolvierte, beinhaltet dann 3860 Meter Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und beim Laufen die 42,2 Kilometer lange Marathonstrecke.