„Unfassbare Brutalität in Syrien“

Yusra Muhamed, Tablo Salal Kadir, Sahra Tamak, Lora Muna, Manizha Salim, Ilse Wimbert, Sabine Dittmann, Tanja Bücker und Sigrid Könneke nach dem Gesprächskreis. (Foto: G. Gosewisch)

Lora Muna berichtete beim Frauenfrühstück

Kaltenweide (gg). Ein besonders schwieriges Gesprächsthema beschäftigte die Teilnehmerinnen des internationalen Frauenfrühstücks im DRK-Familienzentrum - ein Gesprächskreis, der einmal im Monat auf Initiative von Sigrid Könneke und Tanja Bücker stattfindet und ursprünglich aus dem Arbeitskreis Lernhilfe entstanden ist. Lora Muna berichtete aus ihrer Heimat Syrien. Dort hat sie Geisteswissenschaften (Französische Sprache) studiert, sie lebt seit zwölf Jahren in Deutschland und hat die doppelte Staatsangehörigkeit. Engen Kontakt hält sie zu Eltern und Freunden in Syrien. Das Schicksal und das Leiden der Zivilbevölkerung im Bürgerkrieg dort zwischen dem Regime des bisherigen Machthabers Präsident Baschar al-Assad und den Oppositionellen bewegt sie sehr: „Vor dem Krieg hat man dort modern leben können, vergleichbar mit dem Alltag wie in Istanbul. Es gab genug Arbeit, wenn auch auf geringem Lohnniveau. Nun erlebt jeder dort eine unfassbare Brutalität und Gewalt. Jederzeit kann irgendwo eine Bombe oder Granate töten, die Angst ist überall. 60.000 Zivilisten sind bereits gestorben, darunter 4.000 Kinder. Das Sterben muss aufhören.“ Muslime, Sunniten, Christen – in Latakia, Heimatstadt von Lora Muna am Mittelmeer, gibt es eine ausgewogene Vielfalt. Die Religionszugehörigkeit hat im Zusammenleben der Menschen bisher keine Rolle gespielt. „Die Vielfalt der Religionen kann nun zu einer Eskalation führen. Bisher gab es die schlimmsten Kämpfe in Damaskus und Aleppo, dort sind die Moslems unter sich. Wenn in Latakia gekämpft wird, kann das zur Verfeindung der Religionen führen“, sagt sie. Um so dringender sieht sie die Notwendigkeit, dass die internationale Staatengemeinschaft endlich für Frieden sorgt: „Demokratie kann sich aus der Bevölkerung heraus nicht entwickeln, alles ist zerstört. Jeder kämpft nur um das Überleben.“