Unter den Gulli-Deckeln

Klug und unausrottbar: der Langenhagener Rattenbestand wird regelmäßig dezimiert. (Foto: M. Mettler)

Erneut Rattenbekämpfung in Kanalisation nötig

Langenhagen (gg). Durchschnittlich eine Meldung pro Woche bekommt Christian Köster, Fachdienst Ordnung, von Bürgern, die Ratten auf der Straße gesehen haben. Für ihn ist das eine Bestätigung für die Notwendigkeit der nächsten Bekämpfungsmaßnahme, die wird vom 2. bis 4. Juli stattfinden. Wenn die schwarzgrauen Nager über Langenhagener Straßen laufen, lassen sie ahnen, dass sie sprichwörtlich die Spitze eines Eisbergs sind. „Nur wenn die Kanalisation überbevölkert ist, wählen Ratten den Obergrund“, erklärt Björn Spitzenwerk. Er ist für den Ratten-Bekämpfungsspezialisten Hentschke + Sawatzki Chemische Fabrik GmbH tätig und koordiniert im Auftrag der Stadt Langenhagen die Auslegung der Giftköder. Unter dem Großteil der Gullideckel wird sein Team etwa zehn Zentimeter große Keksköder befestigen. Darin ist ein Gift, ein niedrig dosierter Blutgerinnungshemmer, der die Ratten nach zwei Tagen sterben lässt, sofern sie von dem Köder fressen. „Das tun sie ganz sicher“, bestätigt Spitzenwerk und weiter, „wir müssen schnell genug aufgefressene Köder nachlegen, damit möglichst viele Ratten der Population davon fressen und mit der Vergiftung erreicht werden.“ Die zwei Tage Wirkdauer bis zum Sterben der Ratte hat Strategie: so genannte Alpha-Ratten, die Ranghöchsten der Familie, lassen nur eine oder wenige Ratten das neue Futter probieren. Würden diese sofort sterben, würde das als Warnsignal wirken und das Futter würde gemieden werden. Wichtig ist dem Experten der Hinweis, dass die Giftköder fest verdrahtet angebracht werden, so dass eine Verschleppung durch die Ratten nicht möglich ist. So wird das Gift nicht für Katzen oder Hunde zugänglich. Zudem enthält der Keks Bitterstoffe, die der Ratte den Appetit nicht verderben, sehr wohl aber allen anderen Tieren, für die der Köder nicht bestimmt ist. So geht Sicherheit vor, „Langenhagener Bürger brauchen keine Angst haben, eine Gefahr für Haustiere besteht nicht“, bestätigt Christian Köster. Der Fachdienst Ordnung bleibt „am Ball“. Nur regelmäßige Bekämpfungsmaßnahmen reduzieren den Rattenbestand, dafür bezahlt die Stadtverwaltung rund 8.000 Euro im Jahr.