Uriger Wuchs wird erhalten

Tillmann Remmers (links) und Jonathan Bock sind bei der Moorpflege dabei.

Moorpflege und Forstarbeit macht Schülern Spaß

Resse (gg). Schüler der neunten Klasse des Gymnasiums Mellendorf waren im Schwarzen Moor aktiv. Sie nutzten ihren Umwelttag, um den Baumbewuchs zu reduzieren und damit dem Moor seine Nässe zu bewahren. „Warum das notwendig ist, wissen die Schüler schon längst“, sagt Naturschutzobmann und Hegeringleiter Folke Hein. „Das ist Teil des Biologieunterrichts und zudem haben die Schüler einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt im Stundenplan“, erklärt Jürgen Kowahl, Biologielehrer am Gymnasiums Mellendorf. Bereits im letzten Jahr haben die Schüler den Umwelttag zur aktiven Moorpflege genutzt, bei klirrend kalten Temperaturen um minus zehn Grad im Februar. „In diesem Jahr, bei milden acht Grad Celsius, ist es angenehmer, aber sie legen immer richtig los und schaffen sehr viel“, lobt Hein den Einsatz der Schüler. Alle machen mit und haben sichtlich Spaß.
In der Nähe der Osterbergstraße hat er in Absprache mit dem Grundbesitzer und der unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover ein Flächenstück zur Pflege ausgesucht. Es ist die Erweiterung der bearbeiteten Fläche des letzten Jahres, etwa einen halben Hektar groß. Hein zeigt den Schülern vor Ort die zum Schnitt markierten Kiefern und die Platze, an denen der Holzschnitt gesammelt wird. Sperrig ist das Astwerk und entsprechend mühsam sind die Wege, wenn der Schnitt getragen werden muss. Ziel ist es, dass Glockenheide, Rosmarinheide und vor allem Torfmoose wieder eine Chance bekommen, zu wachsen. Mit dem Lichten stellt sich die dafür notwendige Erwärmung des Bodens ein. Der Wasserhaushalt wird durch die Kiefern nicht mehr verändert. „Knorrige Bäume und urigen Wuchs, lassen wir stehen“, erklärt Hein mit dem Hinweis, dass es nicht darum geht, radikal zu verändern. Auch der Teich in der Fläche, vor Jahren von Menschenhand angelegt und untypisch an der Stelle im Moor, wird in die Pflegemaßnahme einbezogen, statt umgewandelt. „Die Erdkröte und der kleine Teichfrosch haben sich nun angesiedelt, das bewahren wir“, so der Experte.