Vandalismus auf Standortübungsplatz

Auf Bitten der Bürger wird der Platz über die Osterfeiertage geöffnet

Langenhagen. Grafitti, Müll und Zerstörungen – Der Standortübungsplatz Hannover bietet im Moment einen traurigen Anblick. Anwohner beschweren sich bei der Bundeswehr über lautstarken Partylärm. Bei Kontrollfahrten wurden weitere Missstände entdeckt. Dieses Fehlverhalten einer kleinen Gruppe führte nun zur Sperrung des bei den Anwohnern beliebten Platzes. Um die gesetzlich verordnete Kontaktbeschränkung im Rahmen von COVID-19 einzuhalten und aufgrund des hohen Schadens der angerichtet wurde, ist der Standortübungsplatz durch den Standortältesten Hannover für die Öffentlichkeit gesperrt worden. Auf Bitten von Bürgern der umliegenden Gemeinden wird der Standortübungsplatz für zwei Wochen wieder geöffnet. Vom Verhalten der Besucher wird das weitere Vorgehen der Bundeswehr abhängen. Auf die Einhaltung der Bestimmungen wird zum eigenen Schutz und der Natur hingewiesen. In den nächsten Wochen soll der Schaden behoben und die Verkehrssicherheit auf dem Platz wiederhergestellt werden. Die Bundeswehr ist weiter an einer guten Nachbarschaft interessiert und bedauert die nun notwendigen Schritte.
In den letzten Tagen konnte trotz der gesetzlich verordneten Kontaktbeschränkung beobachtet werden, dass große Gruppen auf den freien Flächen des Standortübungsplatzes picknickten, grillten und ihren Abfall entsorgten. Mitgebrachte Glasflaschen wurden zerschlagen und stellen eine Verletzungsgefahr für Mensch und Tier dar. Die Glasscherben können bei starker Sonneneinstrahlung zu Grasbränden führen. Hundehalter trafen sich in großen Gruppen, um gemeinsame Spaziergänge durchzuführen. Einige Übungsräume sind dabei durch Hundefäkalien so stark verunreinigt worden, dass diese derzeit aufgrund von Gesundheitsvorschriften durch die Bundeswehr nicht mehr genutzt werden dürfen. Einige freilaufende Hunde jagten Wildtieren hinterher. An den Eingängen und den Grenzbereichen wurde Garten-, Haushalts- und Gewerbemüll entsorgt. Schilder und Pfosten wurden aus den Fundamenten oder Halterungen gerissen. Andere Schilder wurden mit Graffiti unkenntlich gemacht oder entwendet. Der Standortübungsplatz Hannover ist ein Militärischer Bereich. Grundsätzlich besteht innerhalb Militärischer Bereiche der Bundeswehr ein Betretungsverbot. Ausnahmen können die jeweiligen Standortältesten festlegen. Aufgrund des bisher guten nachbarschaftlichen Verhältnisses durfte die Öffentlichkeit außerhalb der Übungszeiten der Bundeswehr den Standortübungsplatz Hannover auf den befestigten Wegen betreten.
Der Standortübungsplatz ist grundsätzlich ein Landschaftsschutzgebiet. Dieses ist an den Eingängen durch Schilder gekennzeichnet. Auflagen, die in diesem Bereich einzuhalten sind, stehen in der Landschaftsschutzverordnung Nr. 13 der Stadt Hannover und an den Eingängen des Standortübungsplatzes. Hier wird festgehalten, dass Hunde in diesem Bereich ganzjährig einer Leinenpflicht unterliegen. Offenes Feuer ist ebenso untersagt wie das Entsorgen von Abfällen.