Verdichtung - der günstige Weg zu klimaschonender Wärme

EPL-Chef Manfred Schüle (rechts) mit dem Vorsitzenden des WEG-Beirats, Wilhelm Behrens.
 
In der Energiezentrale: Manfred Schüle (links) und Bürgermeister Mirko Heuer.

Klimaschutz: neue Nahwärme-Kunden im Stadtzentrum

Langenhagen. Ab sofort bekommen zusätzliche Wohnungen im Stadtzentrum von
Langenhagen klimaschonende Wärme von EPL ins Haus geliefert. Statt eine neue Heizungsanlage einbauen zu lassen, hat sich eine weitere Wohnungseigentümergemeinschaft entschieden, Nahwärme zu beziehen. Genutzt werden kann dafür das bestehende Nahwärme-Netz „Stadtmitte“, das von der EPL-Energiezentrale Schildhof versorgt wird. Fachleute sprechen hierbei von einer Netzverdichtung, da die Anschlussdichte erhöht wird. Durch eine neue 150 Meter lange Stichleitung und einen neuen Hausanschluss versorgt die kommunale Energie-Projektgesellschaft
Langenhagen (EPL) seit Anfang Juli 2021 die rund 120 Wohneinheiten an der Schönefelder Straße und der Tempelhofer Straße mit Wärme. Die Nahwärme ersetzt eine in die Jahre gekommene Kesselanlage. Bereits im letzten Winter hatte EPL in
den Liegenschaften der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) mit einer mobilen Wärmeerzeugungsanlage ausgeholfen, da ein Teil der ursprünglichen Heiztechnik im Sommer 2020 ausgefallen war und eine Instandsetzung nicht mehr wirtschaftlich war. Die
thermische Anschlussleistung der Liegenschaft beträgt 600 Kilowatt; damit werden mehr als 8.400 Quadratmeter Gebäudefläche beheizt und die Bewohner mit Warmwasser
versorgt. „Gerade bei Bestandsgebäuden ermöglicht die klimaschonende
Nahwärme-Versorgung mit unseren effizienten Blockheizkraftwerken und durch den Einsatz von regenerativem Biomethan hohe CO2-Einsparungen“, berichtet EPL-Geschäftsführer Manfred Schüle. Daher habe EPL seit einigen Jahren auf
Bestandsgebäude einen besonderen Fokus. „Hier werden mit nur einer Maßnahme dauerhaft große Mengen CO2 eingespart“, sagt Schüle. Somit ließen sich viel schneller Erfolge beim Klimaschutz erzielen, als wenn jeder Immobilienbesitzer eine individuelle
technische Lösung realisieren müsste. Auch seien meist keine
Änderungen an der Heizungsinstallation in den Häusern erforderlich. EPL setzt konsequent auf regenerative Energieträger für die Wärmeversorgung und Stromproduktion. Daher ist der Anteil an regenerativer Energie bei EPL deutlich höher als im Bundesdurchschnitt. Während in Deutschland im vergangenen Jahr die erneuerbaren Energien zu 15 Prozent zur Wärmeversorgung beitrugen, liegt dieser Wert bei EPL durch den Einsatz
regenerativen Biomethans bei knapp 40 Prozent. Bei der Energiezentrale Schildhof, die das Nahwärme-Netz „Stadtmitte“ versorgt, beträgt der regenerative Anteil beim Wärmeerzeugung sogar bei 46 Prozent. Dies führe dazu, dass die Nahwärmeversorgung durch EPL in den nun acht NahwärmeNetzgebieten die wirkungsvollste Klimaschutzmaßnahme in Langenhagen ist. „Überall, wo bereits ein EPL-Nahwärmenetz
vorhanden ist, lässt sich die Wärmeversorgung besonders einfach und kostengünstig auf die klimaschonende Nahwärme umstellen“, hebt der EPL-Chef hervor. Im Rahmen von einem NetzverdichtungProgramm spreche EPL gezielt Immobilienbesitzer an, freue sich
aber auch über Anfragen. Auch der Vorsitzende des WEG-Beirats, Wilhelm Behrens, freut
sich, dass der Nahwärme-Anschluss nun vorhanden ist und die Wärmeversorgung damit zukunftsfähig erneuert wurde. „Wärme und Heizung sind immer sehr emotionale Themen. Dazu kommen noch unterschiedliche wirtschaftlichen Wünsche innerhalb einer
WEG, die teilweise sehr stark voneinander abweichen“, erklärt er. Durch dieKlimaschutzdebatte, die Preisentwicklung bei fossilen Energieträgern und dieunterschiedlichsten, teils sehr komplexen Wärmeversorgungstechniken sei es schwierig, den besten Weg zu finden. „Hier hat uns EPL gut unterstützt und die notwendigen
Fakten für eine nachhaltige Entscheidung geliefert“, so Behrens. Aufgrund der positiven Erfahrungen spreche man aktuell mit EPL über eine mögliche Solarstromanlage, mit der auf den Dächern der Gebäude klimaschonend Mieterstrom erzeugt wird. Die Anlage
würde mit einer elektrischen Spitzenleistung von rund 100 Kilowatt durchaus zu den größeren in Langenhagen gehören. Dieses Projekt passt sehr gut in die aktuellen Klimaschutz-Pläne der Stadt Langenhagen. So weist Marlies Finke von der Klima- und
Umweltschutzleitstelle auf die Notwendigkeit des beschleunigten Ausbaus der Solarenergie zur Erreichung der Klimaziele hin. Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer betont, dass
Langenhagen mit der Nahwärmeversorgung von EPL über einen echten Klimaschutz-Joker verfügt: Die Nahwärme-Netze und die Energiezentralen von EPL seien zwar sehr unscheinbar und fallen im Stadtgebiet nicht auf – doch der Nutzen für den Klimaschutz sei
enorm. „Aus heutiger Sicht ist es ein Glücksfall, dass die Stadt Langenhagen vor rund 25 Jahren den Einstieg in die klimaschonende Nahwärmeversorgung wagte und dafür EPL gemeinsam mit den damaligen Stadtwerken Hannover gründete“, hebt er hervor. „Somit haben wir mit EPL ein quasi eigenes Stadtwerk, das unsere energiepolitischen Vorstellungen umsetzt, sehr wirtschaftlich arbeitet und bei dem Kundenorientierung
großgeschrieben wird“, sagt der Bürgermeister. Die zusätzlichen Anschlüsse in bestehenden Netzen und der schrittweise Ausbau neuer Netze durch EPL zeigten außerdem, dass hier ein sehr gut geplantes Konzept verfolgt wird. „Zu Klimaschutz und
Nachhaltigkeit gehört ja auch, langfristig zu planen und zu
optimieren“, fasst Heuer zusammen. Die Energiezentrale Schildhof in Langenhagens City ist das bislang größte Wärmeversorgungsprojekt von EPL. Mit Nahwärme beliefert
die Energiezentrale Schildhof derzeit unter anderem: öffentliche Gebäude und Liegenschaften der Stadt Langenhagen wie das Schulzentrum, die Mensa, das Rathaus und weitere Einrichtungen wie die Einkaufscenter City-Center Langenhagen und ElisabethArkaden, Liegenschaften des Klinikums im Eichenpark , Altenzentrum Eichenpark, Gebäude der City-Park-Residenz Langenhagen, Stadthaus Langenhagen: Forum mit Hotel, Tagungsräumen, Restaurants und Büros und Wohnpark Langenhagen Schildhof.