Verkehrsaufkommen kaum beeinflussbar

Ortsräte Engelbostel, Godshorn und Schulenburg beraten gemeinsam

Schulenburg (gg). Nach der Vorstellung des Verkehrsentwicklungs- und Lärmschutzplans vor den Ortsräten Kaltenweide und Krähenwinkel im Januar, wurden die Inhalte nun den Ortsräten Engelbostel, Godshorn und Schulenburg in einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung nahe gebracht. Der Bericht von Thomas Müller vom Ingenieurbüro Schubert über die tatsächlichen PKW-, Schwerlast- und Radverkehre und deren Prognose bis zum Jahr 2020 wurde dabei durch die Ergebnisse des Lärmschutzgutachtens, vorgetragen von Michael Schreiber von der LK Argus, ergänzt.
Der Verkehrsentwicklungsplan bestätigt für Langenhagen insgesamt, dass der Verkehr in die Stadtentwicklung integriert ist und als allgemein verträglich einzustufen ist. Handlungsbedarf in bezug auf die straßenräumliche Situation besteht für den Ausbau der Radwege und eine alternative Verkehrsführung in Schulenburg-Mitte. Bereits einbezogen in diese Empfehlung sind die zusätzlich zu erwartenden Verkehrsströme aus dem Gewerbegebiet an der Bayernstraße und an der Münchner Straße, die mit etwa 5.000 Fahrten pro Tag zusätzlich ins Gewicht fallen.
Wenig Aufgeschlossenheit für die Ergebnisse der Gutachten signalisierten die Ortsräte in der Sitzung. Längst habe man sich ein eigenes Bild von der Situation, insbesondere an der Kreuzung in Schulenburg-Mitte, gemacht. „Wir schauen hier vor Ort ja selber, wo die Probleme liegen und machen uns unsere Gedanken“, sagt Lutz Döpke (CDU) aus dem Ortsrat Schulenburg. Die schon seit Jahren diskutierte Entlastung der Kreuzung Schulenburg-Mitte mittels einer so genannten Nord- oder alternativ einer Südspange wird durch den Verkehrsentwicklungsplan erfasst. Als vorteilhafter insbesondere aufgrund der geringeren Lärmbelastung empfiehlt das Gutachten die Südspange. Der Bau einer Trasse für Fußgänger und Radfahrer ist dabei möglich. Deutlich führte Müller aus, dass bei beiden Varianten ein passiver Lärmschutz über Lärmschutzwände in Kauf zu nehmen sei. Weiterhin erfordere der Bau in jedem Fall einen Flächenverbrauch in Schulenburg, wobei die Nordvariante mehr grüne Bereiche zerschlage als die Südvariante.
„Selbst wenn die Südspange gebaut wird, wird es zu einer Verkehrsbelastung von 20.000 Fahrten pro Tag an dieser Kreuzung kommen“, sagt Müller; mit der Umsetzung der Empfehlungen aus dem Gutachten sei der allgemeine Anstieg der Verkehrsbelastung nicht aufzuhalten. Auch die vorgeschlagenen Verbesserungen im Radwegenetz würden keine spürbare Veränderung des Kraftverkehrs mit sich bringen. „Dennoch besteht hier dringender Handlungsbedarf“, so Müller. Insbesondere die Situation für Radfahrer im Verlauf der Brinker Straße als viel befahrene Radverbindung nach Langenhagen sei völlig unhaltbar.
Vor großen Aufgaben sieht sich Ortsbürgermeister Dietmar Grundey in Schulenburg mit Blick auf die zusätzlichen Bauvorhaben im Straßenverkehr: „Wir mögen uns kaum vorstellen, was auf uns zukommt, wenn von Garbsen aus noch eine Veränderung der Anbindung der B6 kommt.“
Alle Ortsräte nehmen die Informationen jetzt mit in die internen Beratungen. Ihre Beschlüsse können sie bis zum 31. März fassen, anschließend wird der Verkehrsausschuss beraten und seine Empfehlung für den anschließenden Ratsbeschluss einbringen.