Vernetzung war ihm immer wichtig

Liebt am Kirchenkreis sowohl das Ländliche als auch das Städtische: Superintendent Martin Bergau.Foto: O. Krebs

Martin Bergau tritt Stelle als Direktor des Seelsorgezentrums am 1. April an

Langenhagen/Wedemark (ok). In den letzten fünfeinhalb Jahren seines langen Berufslebens wartet auf Superintendent Martin Bergau noch eine besondere Herausforderung. Der Geistliche wird am 1. April sein Amt als Direktor des Seelsorgezentrums der Landeskirche in Kleefeld antreten. Die gibt es dann allerdings noch gar nicht, sodass auf Bergau eine Menge Aufbauarbeit zukommen wird. Aufbauarbeit, die der Theologe zu Genüge kennt, war doch die Partnerschaft mit der Kirchengemeinde Odi in Südafrika einer der Schwerpunkte seiner rund neuneinhalbjährigen Arbeit im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen. Der 60-Jährige stammt aus Hollenstedt in der Nordheide – ein Dorf, das vor allen Dingen als Wohnort des deutschen Weltklasseboxers Max Schmeling bekannt geworden ist. Bergaus sportliche Liebe ist allerdings eher das Spiel mit dem runden Lederball, und hier hält er dem Bundesliga-Dino HSV beide Daumen. Übrigens ebenso wie sein Chef, Landesbischof Ralf Meister.
Zu Hause fühlt sich Bergau allerdings in Hannover und der Region, ist er nach dem Studium in Marburg und Bonn doch schon 1982 zum Vikariat in die niedersächsische Landeshauptstadt gekomnmen. Tätigkeiten als Gemeindepastor, Krankenhausseelsorger und Stadtjugendpastor folgten, bevor er 2003 Nachfolger von Detlef Preuschoff im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen wurde. Dem Vater dreier Kinder und zweifachen Großvater war es als Superintendent vor allen Dingen immer wichtig, „die Verbindungen zu den gesellschaftlichen Einrichtungen lebendig zu halten“. Gerade bei der Kirchenmusik, als Gemeindepastor bei den Gottesdiensten in der Elisabethkirche, bei der Diakonie mit ihren Einrichtungen und auch bei den Kindertagesstätten in der Trägerschaft der Kirche hat sich Bergau engagiert. „Eine Vernetzung war mir immer wichtig; es ist gut, dass die Funktion des Kirchentages von einer repräsentativen zu einer leitenden geworden ist“, sagt Martin Bergau, der am kommenden Sonntag, 24. Februar, ab 15 Uhr in einem öffentlichen Gottesdienst durch Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann entpflichtet und aus seinem Dienst verabschiedet wird. Im Anschluss wird zu einem kleinen Empfang ins Martinshaus eingeladen. Dann sind nach Aussage Bergaus noch einige Dinge zu erledigen, bevor am 19. März endgültig die Möbelpacker kommen, und es zusammen mit seiner Frau in sein neues Domizil nach Hannover geht. Auch wenn er sich auf seine neue Aufgabe freue, blickt der Superintendent doch mit zwei weinenden Augen auf die Zeit in der Flughafenstadt zurück. Kirchplatz und Eichenpark habe er liebgewonnen und auch die „sehr partnerschaftliche Zusammenarbeit der Pastoren untereinander“ werde er vermissen. „Bergau: „Jeder habe seine ihm eigenen Gaben, und die gelte es zu nutzen.“
Doch wie geht es ohne Martin Bergau im Kirchenkreis weiter? Während der Vakanzzeit wird wohl die Altwarmbüchener Pastorin Birgit Birth als stellvertretende Superintendentin die Aufgaben weitgtehend übernommen, sie wird von Bergau schon seit Januar eingearbeitet. Die Stelle wird ganz offiziell zum 1. März ausgeschrieben, dann läuft eine zweimonatige Bewerbungsfrist. Schätzungsweise bis zum Spätherbst werde es dann wohl dauern, bis ein neuer Superintendent in die Dienstwohnung am Kirchplatz einziehen werde.
Martin Bergau wird dann schon die Seelsorge in Hannover koordinieren, wird aber die alten Verbindungen nach Langenhagen halten. Denn: Das Thema Seelsorge gewinne auch im Kirchenkreis zunehmend an Bedeutung.