Viel Licht und Liebe zur Kirchweih

Das Kirchweihfest war richtig gut besucht. (Foto: S. Dickhaeuser)
 
Auch für die Kleinsten wurde eine Menge geboten. (Foto: S. Dickhaeuser)

Hoffnung der Menschen auf Frieden und Gerechtigkeit prägt das Fest

Langenhagen (dkh). Im Jahr 1869 wurde die Elisabethkirche in Langenhagen feierlich eingeweiht. Die Pläne für das Gotteshaus hatte der Architekt Conrad Hase entworfen. Aus Kostengründen blieb der Turm der zuvor abgerissenen Kirche erhalten und so erhielt die Kirche ihr einzigartiges Bild. Ein Bild, das bis heute für viele Einwohner Langenhagens auch ein Blick auf die eigene Geschichte ist, denn hier wurde geheiratet, wurden Kinder getauft und Menschen beweint. „Es ist ein wenig wie mit dem menschlichen Puls, an manchen Orten spürt man ihn besonders“, predigte Landesbischof Ralf Meister zur Kirchweih und brachte damit auch seine Verbundenheit mit der Elisabethkirche zum Ausdruck.
„Die Kirche“, predigte der Landesbischof, „steht für die tiefe Humanität unserer Gesellschaft und am heutigen Tag verbindet alle hier Anwesenden die Hoffnung nach Frieden und Gerechtigkeit in der Welt.“ Nicht nur in der Kirche, sondern auch auf dem Kirchplatz, bei bestem Spätsommerwetter, wurde das in einem harmonischen Miteinander deutlich. Jung und Alt freuten sich über die musikalischen Beiträge des Bläserensembles Langenhagen, unter anderem mit einer „Kuschelpolka“, das Konzerthighlight „Klang und Leben“ mit Oliver Perau und die Aufführung des Kinderzirkus Hermine. Künstlerische Beiträge, darunter die Licht-Klang-Installation der Hannoveraner Künstler Tosh Leykum und Sascha Maaß, gaben der Kirchweih einen modernen Anstrich, der die Wände des Kirchenschiffes in liturgische Farben tauchte. Zudem hatte Tosh eine dreidimensionale, sich drehende Weltkugel aus Orgelpfeifen am Altar installiert. „Durch die abstrakte Darstellung fällt dem Betrachter nicht sofort ins Auge, dass hinter der Weltkugel, mittig abstrahiert, Altarbilder und Videosequenzen, darunter „Fridays for Future“, Flüchtende und ein brennender Regenwald, zu sehen sind. Ich vermute, dass es sich um das weltweit erste digitale Altarbild in Form eines Triptychons handelt“ beschreibt Leykum sein Werk. Das besondere Altarbild kann noch fünf Wochen in der Elisabethkirche in Augenschein genommen werden. Farbintensiv wurde es auch bei einem Worshop mit dem Titel „Grün:Weiß:Schwarz:Rot:Violett“ der Künstlerinnen Katja Krause, Urszula Paliga und Dagmar Schmidt. „Im Ergebnis soll ein Werk entstehen, das sich aus 150 Einzelteilen – künstlerischen Beiträgen der Teilnehmer – als Turms zusammensetzt. Diesen Turm wollen wir, im Rahmen eines Entwurfsprozesses für neue Parameter der Elisabethkirche, der Öffentlichkeit präsentieren“ sagt Katja Krause. Zur Kirchweih wurden alle Sinne angesprochen. So auch der Geschmacksinn. Es gab köstlichen selbstgebackenen Kuchen und Gebäckspezialitäten nach kurdischen Rezepten, Grillbratwürstchen und sommerliche Getränke. Spaß hatten auch die jüngsten Besucher der Kirchweih. Sie durften Glocken zum Läuten bringen, Segensbändchen im Sandkasten suchen und Kerzen bemalen. Und auch die Kinder konnten sich an der Gestaltung der Elisabethkirche beteiligen, denn es gab Puzzleteile aus Holz, die unterschiedlich bemalt wurden und als fertiges Puzzle die Elisabethkirche in bunten Farben abbilden. Während der gesamten Feier bot sich ein Bild der Gemeinschaft, das die gemeinsame Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit in der Welt einmal mehr schürte.