Viel Verständnis, aber auch viele Verstöße

Motocross-Fahrer missachten Regeln am Standortübungsplatz

Langehagen. Über die Osterfeiertage kontrollierte die Bundeswehr verstärkt die Einhaltung der Nutzungsbedingungen auf dem Standortübungsplatz Hannover. In den letzten Wochen gab es zahlreiche Umweltverschmutzungen und Vandalismus auf dem Platz. Neben vielen kleinen Verstößen von Besuchern des Platzes wurde am Sonnabend, 11. April, auch ein Verstoß gegen das Verbot des Befahrens des Standortübungsplatzes festgestellt.
Am Sonnabend gegen 19.30 Uhr stellte eine Streife der Bundeswehr fest, dass sich eine größere Gruppe mit kleinen Motocross-Maschinen dem Standortübungsplatz näherte. Diese Gruppe mit sechs bis acht Fahrern fuhr am Eingang der „Neuen Bult“ des Standortübungsplatzes zunächst vorbei, bog dann aber am Eingang „Breslauer Straße“ auf den Standortübungsplatz ein. Von der Bundeswehrstreife wurde beobachtet , wie diese Gruppe beim Einfahren weidendes Wild auf dem Standortübungsplatz jagte und danach ein Gewässer mit den Cross-Maschinen durchfuhr. Als die Streife der Bundeswehr sich der Gruppe näherte, fuhr diese mit hoher Geschwindigkeit davon und versuchte sich über andere Ausgänge des Standortübungsplatzes der Kontrolle zu entziehen. Die Streife brach die Verfolgung ab, da sich zu diesem Zeitpunkt noch viele Besucher auf dem Platz befanden. Durch die hohe Geschwindigkeit und das Fahrverhalten der Motocross-Fahrer war eine Gefährdung der Besucher nicht auszuschließen. Die Motorradfahrer haben innerhalb des Landschaftsschutzgebietes durch ihr rücksichtsloses Verhalten erheblichen Flurschaden angerichtet und Ölflecke auf dem Wasser des „Neuen Graben“ hinterlassen.
Zeugen, die Hinweise auf die Motocross-Fahrer geben können, werden gebeten sich mit dem Unterstützungspersonal Standortältester unter der Telefonnummer (0511) 284-19 06 oder -19 07 in Verbindung zu setzen. Auf Wunsch werden die Angaben auch vertraulich behandelt.
Insgesamt wurden über die Osterfeiertage rund 50 Platzverweise wegen Verstößen gegen die Nutzungsauflagen ausgesprochen. Ordnungswidrigkeitsanzeigen brauchten nicht erstellt zu werden. Viele Besucher des Standortübungsplatzes suchten das Gespräch mit den Bundeswehrstreifen und zeigten Verständnis für deren Dienst und Kontrollen.
Aufgrund der zahlreichen Verstöße gegen die Nutzungsbestimmungen (Vandalismus, Umweltverschmutzungen, Partys und anderes) sowie gegen die Niedersächsische Verordnung über die Beschränkung sozialer Kontakte zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurde der Standortübungsplatz Hannover über eine Woche lang für die Öffentlichkeit gesperrt. Auf Bitten von Bürgern der umliegenden Gemeinden war der Standortübungsplatz am 9. April für zwei Wochen wieder vom Standortältesten Hannover geöffnet. Es wurde zusätzlich darauf hingewiesen, dass das weitere Vorgehen der Bundeswehr vom Verhalten der Besucher abhängen wird.