Viele neue Facetten des Berufes kennen gelernt

Wird das Familienunternehmen in der fünften Generation weiterführen: Daniel Behringer. (Foto: O. Krebs)

Premiere in Langenhagen: Daniel Behringer ist jetzt Bestattermeister

Langenhagen (ok). Er ist der Erste in Langenhagen. Daniel Behringer vom Bestattungshaus Naethe darf sich jetzt Bestattermeister nennen, nachdem er Anfang Oktober in Düsseldorf die Urkunde verliehen bekommen hat. Der Abschluss einer sehr vielfältigen und anspruchsvollen Prüfung. Denn: Ein Bestattermeister muss nicht nur sein praktisches Handwerk verstehen, sondern zum Beispiel auch auf den Gebieten Rechtsmedizin, Jura, Betriebswirtschaftslehre und Psychologie fit sein. „Die Meisterprüfung soll einem Studium gleichgestellt werden. Ich musste auch eine Art Bachelorarbeit zwischen 80 und 120 Seiten schreiben.“ Eine Bachelorarbeit mit insgesamt zehn Verstorbenen im Ausland. Kostenermittlung, trauerpsychologische Analyse, Art der Bestattung – alles musste ins Kalkül gezogen werden. Und schließlich musste Behringer den von ihm gewählten Weg auch noch vor der Prüfungskommission verteidigen. Dazu kamen dann noch diverse Lehrgänge und schriftliche Prüfungen in Rechtsmedizin, Thatopaxie –also der Rekonstruktion und Einbalsamierung Verstorbenener – sowie Totenfürsorgerecht und Kremationstechnik, Riten und Bräuche aller Religionen und Bestattungskultur. Und auch eine Ausbildereignungsprüfung; der 26-jährige Daniel Behringer betreut jetzt auch einen eigenen Auszubildenden im Familienbetrieb, den schon sein Ur-Ur-Großvater 1925 gegründet und den jetzt seine Tante Beate Pinkernell, Tochter von Hans-Hermann und Brigitte Naethe, führt. Sukzessive soll aber Daniel Behringer die Leitung des Langenhagener Traditionsunternehmens mit insgesamt sechs Mitarbeitern übernehmen. Das Rüstzeug hat Behringer, der nach dem Abitur an der IGS Langenhagen zweieinhalb Jahre lang erst einmal Bestattungsfachkraft gelernt hatte, die er als Kammersieger der Handwerkskammer Hannover und Landessieger des Landes Niedersachsens abschloss, mit der Ausbildung zum Bestattungsmeister auf jeden Fall erworben. Aber Daniel Behringer ist wissbegierig, gerade was die Felder Trauerpsychologie und Friedhofsplanung angeht. Daniel Behringer schwebt durchaus eine Tätigkeit als Dozent an der Akademie des Bundesverbandes Deutscher Bestatter im unterfränkischen Münnerstadt vor. Zusätzliche Qualifikationen sind Daniel Behringer wichtig; mit dem Titel des Bestattermeisters hat er viele weitere Facetten des Berufes kennen gelernt. Jetzt bereitet er sich sukzessive auf die Leitung des Familienunternehmens vor. In einigen Jahren will Daniel Behringer seine Tante Beate Pinkernell, die dann in den verdienten Ruhestand gehen wird, in der Geschäftsführung ablösen. Die Tradition, dass ein Familienmitglied das Unternehmen weiterleitet, ist somit in fünfter Generation sichergestellt.