Viele neue Wege und Steinwüsten, aber keine Biotope

Die dicken Steine im Beet am Marktplatz sind für Georg Obermayr keine gute Gestaltungsform. (Foto: G. Gosewisch)

NABU-Vorstandsmitglied Georg Obermayr will mehr erreichen

Langenhagen (gg). „Ich verstehe das nicht!“, sagt Georg Obermayr und nimmt einen dicken Stein aus einem Beet auf, das von der Stadtverwaltung am Marktplatz neu errichtet wurde. Statt herkömmlicher Erde bildet eine Steinschicht die Oberfläche. „Pflanzen werden von den scharfen Kanten ständig beschädigt, und Unkraut daraus zu ziehen kann auch keinen Spaß machen“, sagt der Experte und hat gleich noch ein Schlagwort parat: „Steinwüste“. Naherholung im Grünen ist ihm sehr wichtig, auch im Zentrum. Etwas Freiraum, eine Gelegenheit zum Durchatmen – dafür setze sich Georg Obermayr ein, der sich auch im hiesigen NABU-Ortsverein im Vorstand engagiert. Seiner Meinung nach sollte Erde da belassen werden, wo sie hingehört, auch in den Beeten. Spezialisiert ist der NABU-Ortsverein auf die Einrichtung von Biotopen. Georg Obermayr verweist mit Stolz auf die Gewässer in Kaltenweide-Kananohe oder in Krähenwinkel am Stucken-Mühlen-Weg, die in Weideflächen integriert sind. Die Pflege übernehmen weitestgehend Rinder und Pferde. “Das sind Vorzeigeprojekte, die unser kleiner Ortsverein auf die Beine gestellt hat“, so sein Hinweis. Fördergelder wurden eingeworben, die Bingo-Umweltstiftung unterstützt, weil sie das Projekt als wertvoll erachtet hat. Umsomehr bedauert Georg Obermayr, dass es mit den Maßnahmen der Stadtverwaltung im Zentrum, aus seiner Sicht, in die falsche Richtung geht. Er sagt: „Immer mehr Steine, immer mehr Wege im Park, aber keine Biotope. Die Stadtverwaltung ist sehr korrekt in der Erfüllung der gesetzlichen Regelungen, wenn sie etwas baut, aber darüber hinaus passiert für den Naturschutz nix.“ Nicht nachlassen will er, dies einzufordern. Wichtig ist es ihm, die Forderungen nicht über Proteste, sondern in guter Absprache zu Gehör zu bringen. „Kooperationen sind wichtig, wenn für den Naturschutz etwas erreicht werden soll. Gegeneinander geht es nicht. So halten wir es im NABU“, sagt er. Der Ortsverein hat eine beachtliche Mitgliederzahl. Die liegt bei 900, allerdings sind bei den Arbeitseinsätzen nur rund 20 aktiv und die sind alle schon etwas älter. Mit großer Freude weist Georg Obermayr auf die Eigenverantwortung der Naturschutz-Jugend hin. „Wir Älteren finden das toll“, sagt er. Noch fit fühle man sich, er selbst mit 69 Jahren auch, aber die Jugendlichen unter sich hätten einfach mehr Spaß. Erst vor neun Jahren hat sich Georg Obermar für das Ehrenamt im Naturschutz entschieden. Das war mit Beginn des Vorruhestands, 40 Jahre hat er bei EDC den EDV-Service weltweit organisiert. Georg Obermayr sagt: "Irgendwas wollte ich machen, und es gab die Auswahl Kunst oder Naturschutz. Beides hat mich interessiert. Nun ist es der NABU, das ist gut, mir lag immer daran, zu gestalten und etwas voran zu bringen.“