Virtuelles Museum in Sicht

Bald auch auf den GLIEM-Seiten: Die 1196 erstmals urkundlich erwähnte Engelbosteler Martinskirche. Foto: K. Raap (Foto: K. Raap)

Attraktives Internet-Konzept von GLIEM setzt neue Akzente

Langenhagen (kr). "Ganz Langenhagen ist eine Museum" - mit der Abkürzung GLIEM sorgt eine gleichnamige Arbeitsgruppe seit Monaten für manche Überraschung in der Stadt. Was zunächst als historischer Rundgang angedacht war, mit entsprechenden Dokumentationen, alte Höfe und Häuser ins Bewussstsein der Langenhagener zu rücken, hat sich längst weiterentwickelt. Die Mitglieder der GLIEM-Gruppe mit der Stadtarchivarin Heike Brück-Winkelmann, Gabriele Spier, Christa Röder, Joachim Vogler sowie Ulrike und Hans-Jürgen Jagau erkannten schnell, dass auch andere Bereiche, zum Beispiel Politik und Wirtschaft, viele spannende Aspekte bieten, die die Langenhagener interessieren. Dabei geht es unter anderem um interessante Persönlichkeiten, um städtebauliche Entwicklungen und um Firmen, deren hochklassige Produkte einst in ganz Europa Akzente setzten. Zur Vorgeschichte: Als vor Jahren das städtische Heimatmuseum in einem Magazin des Stadtarchivs eingelagert wurde, gab es zwar von einigen Mitgliedern des Bürger- und Heimatvereins den Wunsch nach einer Wiederbelebung, aber eine Ansammlung von alten landwirtschaftlichen Geräten, Bild- und Schrifttafeln, erschien auch der Stadtarchivarin als eine überholte Lösung, zumal dieses Modell auch kostenintensiven Personaleinsatz erfordert hätte. Der Arbeitskreis GLIEM ging andere Wege. Historische Gebäude wurden mit Tafeln versehen, die die Objekte mit Text und Fotos vor Ort erklärten. Ein zusätzlicher Clou: Die QR-Codes auf den Tafeln ermöglichen Smartphone-Nutzern, direkt auf die GLIEM-Seite unter www.langenhagen.de zu kommen. Die GLIEM-Gruppe hat sich vorerst das Ziel gesetzt, 130 Beispiele aus der Langenhagener Geschichte ins Internet zu bringen. Dabei machen es sich die GLIEM-Mitglieder bei der Auswahl der unterschiedlichsten Objekte nicht leicht. Jeder Vorschlag aus der Gruppe und auch von Außenstehenden wird sorgfältig geprüft, bevor er in die aktuelle Liste aufgenommen wird. Und da ist natürlich auch die Stadtarchivarin Heike Brück-Winkelmann gefragt, die akribisch die Bedeutung der einzelnen Vorschläge unter die Lupe nimmt. Und sie selbst hat noch eine Menge Vorschläge, Langenhagens "Museumsschätze" ins rechte Licht zu rücken. So zum Beispiel das historische Doktor-Haus, in dem Generationen von Ärzten arbeiteten oder auch die Erkenntnis, dass Langenhagen einst als Villenvorort Hannover gerühmt wurde.
Inzwischen haben sich die GLIEM-Mitarbeiter mit dem Gedanken angefreundet, auf der Internetseite der Stadt ein virtuelles Museum zu realisieren. Das bedeutet, dass sich in absehbarer Zeit jeder Interessent mit wenigen Mausklicks mit den unterschiedlichsten Facetten der Langenhagener Geschichte vertraut machen kann. Und das zu jeder Tages- oder Nachtzeit, gleichgültig, ob er auf dem Sofa oder dem Balkon sitzt. Und er hat dann noch in vielen Fällen die Möglichkeit, Objekte, die ihn interessieren, in natura zu besichtigen. Außerdem lassen sich die Texte und das Fotomaterial im Internet jederzeit erweitern. Die GLIEM-Mitarbeiter sind überzeugt, dass die moderne Technik auch viele jüngere Langenhagener, die "normalerweise" keine Heimatstube besichtigen würden, neugierig machen. Bereits ins Internet gestellt wurden der Vollmeierhof Parl, die Alte Schule, der Danielshof und die Freiwillige Feuerwehr in Krähenwinkel, die Tafel mit den Krähenwinkeler Gemeindevorstehern seit 1845 sowie das Niedersachsenhaus in Godshorn. Weitere 17 Beispiele folgen bis zum Jahresende. Darunter der Langenhagener Bahnhof, die Hermann-Löns-Schule, die Norddeutsche Tapetenfabrik Norta, die Langenhagener Heil- und Pflegeanstalt, die Silberseesiedlung, das Gestüt Evershorst, Kaltenweides "Cassens Hof", das Gasthaus St. Hubertus, die Schmiede in Brink und die Martinskirche in Engelbostel. Das GLIEM-Programm ist sicherlich ein Beitrag zum vielzitierten Stadtmarketing.



Bald auch auf den GLIEM-Seiten: Die 1196 erstmals urkundlich erwähnte Engelbosteler Martinskirche. Foto:K.Raap