Vom ersten Tag an wie zu Hause

Weixen auf den Gottesdienst "Afrika, Afrika" am Sonntag, 12. Mai, hin: Ute Seifried, Kita-Leiterin (von links), Marco Balkenhol, Kirchenvorstand, Dorris Moalosi aus Südafrika und Falk Wook, Pastor der Kirchengemeinde Zum Guten Hirten.  (Foto: D. Lange)

Dorris Moalosi aus Südafrika leistet Freiwilligendienst bei "Zum Guten Hirten"

Godshorn (dl). Seit 2011 erweitet das Evangelisch-lutherische Missionswerk Hermannsburg die Chancen für junge Menschen aus den Ländern des südlichen Afrikas und Lateinamerikas, im Rahmen des Jugendaustauschprogramms „weltwärts“ für ein Jahr einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Deutschland zu absolvieren. Dabei arbeitet das Programm mit Einsatzstellen und Gastfamilien in Niedersachsen zusammen und steht in enger Verbindung mit den Kirchenkreis-Partnerschaften. Die bestehende Partnerschaft des Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen mit dem Kirchenkreis Odi bei Pretoria in Südafrika gab Dorris Moalosi in diesem Jahr die Möglichkeit, in der Godshorner Kirchengemeinde tätig zu sein. Dorris Moalosi ist 24 Jahre alt und stammt aus einem kleinen Dorf im Nordwesten von Südafrika. Sie wird im Laufe ihres Jahres im Rahmen des Bundesfreiwilligendienst in Godshorn im Haus der Familie Wook leben, wo sich sie sich „vom ersten Tag an wie zu Hause fühlt“, wie sie sagt. Seit dem 1.März arbeitet sie hauptsächlich im Team des pädagogischen Mittagstischs „Satt & Schlau“ sowie im Kindergarten der Kirchengemeinde. Die Kinder haben sie schon unbefangen und mit viel Herzlichkeit aufgenommen. Sprachprobleme lösen sie auf die ihnen eigene, unkomplizierte Art und Weise, wie überhaupt das beiderseitige Verhältnis von großem gegenseitigem Interesse geprägt ist. Das berichten Dorris Moalosi und Ute Seifried, die Leiterin der Kita unisono. Dorris Moalosi hat ihr Studium der Psychlogie für ein Auslandsjahr unterbrochen, um Erfahrungen zu sammeln und neue Eindrücke zu gewinnen, auch im Hinblick auf ihre künftige fachliche Orientierung. Finanziell wird das Austauschprogramm vom Missionswerk unterstützt, wozu die Kosten für das Visum gehören, die Flüge, Sozialversicherungen, eine private Haftpflicht- und Unfallversicherung, zwei Deutschkurse sowie das fachlich-pädagogische Begleitprogramm inklusive der Seminare. Im Gespräch wird schnell deutlich, dass ein Land wie Südafrika mit bundesdeutschen Maßstäben nicht zu erfassen ist, was nicht nur das Wetter betrifft. Auch die Gottesdienste, die schon mal drei Stunden und länger dauern können, haben mit den hiesigen Tradtionen wenig zu tun. Zumindest im Jugendbereich verläuft das Leben disziplinierter, anders als hierzulande. So tragen nicht nur die Schüler eine Schuluniform, auch die Jugendlichen, die in den Kirchengemeinden mitarbeiten, sind nach ähnlichem Vorbild einheitlich gekleidet. Mit ihren 24 Jahren gehört Dorris Moalosi zur Generation „Bornfree“, zu jenen Kindern also, die nach dem Ende der Apartheid vor 25 Jahren geboren wurden. Von der „Regenbogennation“, die von der Verehrung für Nelson Mandela getragen wurde, ist nicht viel geblieben. Der Rassismus lebt in den Köpfen weiter und ist sowohl unter Weißen wie unter Schwarzen verbreitet wie eh und je. Die Sicherheitslage im Land ist angespannt und die Kriminalitätsrate so hoch wie lange nicht. Der Gottesdienst in Godshorn unter dem Motto „Gottesdienst anders“ am Sonntag, 12. Mai, um 18 Uhr trägt den Titel „Afrika, Afrika“ und wird versuchen, sich dem Land am Kap der Guten Hoffnung kulturell zu nähern. Gleichzeitig soll Dorris Moalosi dann offiziell von der Gemeinde begrüßt werden.