Vom reinen Bauerndorf zur Siedlung Schulenburg

Ortstermin im Amtsweg: Christa Röder und Friedhelm Grote enthüllen GLIEM-Tafel Nummer 109. (Foto: O. Krebs)

GLIEM-Initiatoren stellen die Tafeln Nummern 109 und 110 im Westen auf

Schulenburg (ok). Die GLIEM-Tafeln Nummer 109 und 110 stehen in Schulenburg. Und Heimatpfleger Hans-Jürgen Jagau machte bei seiner Rede für die Initiative „Ganz Langenhagen ist ein Museum“ deutlich, dass der dreigeteilte Ortsteil im Westen der Flughafenstadt „was ganz Besonderes“ ist. So ist Schulenburg 1308 erstmals urkundlich erwähnt worden und damit älter als Langenhagen. Zwar hat die damals eigene, in Nord, Mitte und Süd zerrissene Gemeinde drei Prozent der Baukosten des mittlerweile geschlossenen Hallenfreibades in Godshorn getragen, aber fast nie eine eigene Schule besessen. Zwischen 1728 und 1773 hätten sich die Schulenburger Eltern sogar geweigert, im Sommer Schulgeld zu bezahlen. Der Grund: Die Schulenburger Mädchen und Jungen mussten auf den Feldern helfen. 1922 wurde mit dem Bau eines Schulhauses am Amtsweg begonnen, das 1923 eingeweiht wurde. Allerdings wurde die Schule im Krieg geschlossen. In der Übergangszeit nach dem Krieg, bis die neue Schule in Engelbostel fertiggestellt war, unterrichteten die Lehrer in den alten Schulen in Engelbostel und Schulenburg, im Clubheim des Männer-Turnvereins, im Pfarrgebäude und sogar im Gasthaussaal. Auf dem Schulgrundstück am Amtsweg in Schulenburg wurden 1970 Kindergarten und Feuerwehr untergebracht; 1986 entstand hier das Dorfgemeinschaftshaus mit der Verwaltungsstelle. Aber Schulenburg entwickelte sich im Laufe der Jahre, war nicht mehr das reine Bauerndorf. Das können Interessierte auf der zweiten GLIEM-Tafel nachlesen, die an der Ecke Hannoversche Straße/Kiefernstraße steht. 1960 entstand das Baugebiet „Schulenburg-Süd mit Straßen, die nach Baumarten benannt wurden, und Platz für mehr als 1.000 Menschen. Als die Firma Feinkost-Popp die Eibenstraße geräumt hatte, entstanden dort 1980 Reihenhäuser. Das Privathaus wurde zu einem Alten- und Pflegeheim mit 22 Plätzen umgebaut und bis 2002 betrieben. Und auch die Zahl der Gewerbebetriebe stieg in Schulenburg. Ab 1969 entwickelte sich das Gewerbegebiet „Schulenburg-Süd“ zwischen Hannoverscher Straße, Desbrocksriede, Südsee und Kieferstraße.